Der 29. Juni, egal auf welchen Wochentag er fällt, ist in Bachheim immer ein Feiertag. Hier wird das Patrozinium und das Nudelfest gefeiert, ein Fest, das weit über die Grenzen der Region Löffingen hinaus bekannt ist. Dabei ist es eigentlich nur einem Missgeschick einer Hausfrau zu verdanken, dass der 366-Seelen-Ort Bachheim mit seiner leckeren Nudelsuppe Schlagzeilen macht. Dieses Jahr fällt der Feiertag auf einen Samstag.

  • Patrozinium: Bereits aus dem Jahr 1627 datiert eine Rechnung über einen Kirchenbau in Bachheim, allerdings dürfte die erste Kirche in Bachheim zwischen 838 und 1100 gebaut worden sein. Das Gotteshaus war wohl in Besitz des Klosters St. Blasien. Da die Kirche immer sehr arm war, gab es auch viele Schwierigkeiten, sie vor dem Ruin zu retten. Erst nach vielen Diskussionen ob Renovierung oder Neubau, wurde im Jahr 1792 entschieden, die heutige Kirche zu bauen, die im August 1793 eingeweiht wurde und den beiden Aposteln Petrus und Paulus als Kirchenpatrone geweiht wurde. 1997 wurde die Kirche St. Peter und Paul komplett saniert, wobei unter anderem ein altes Deckengemälde freigelegt wurde, ist in den Aufzeichnungen von Karla Scherer zu lesen. Das Hochfest der beiden Heiligen Peter und Paul, das seit 1864 in Bachheim gefeiert wird, beginnt in Bachheim bereits morgen um 5 Uhr, wenn der Musikverein die Bevölkerung mit musikalische Klänge weckt. Oft sind dann schon die Anlieger der Prozession am Werk, welche den Blumenteppich legen. Üblicherweise haben die Kinder schulfrei, um am Patrozinium mit dabei zu sein. Auch die Erstkommunionskinder begleiten den Pfarrer mit ihren Festkleidern bei der Sakramentsprozession, die von der Feuerwehr, dem Musikverein, dem Ortschaftsrat, dem Gemeindeteam, Vertretern der Stadt, den Bachheimer Vereinen und dem Kirchenchor – der auch die Festmesse gesanglich begleitet – angeführt wird. Bei der feierlichen Sakramentsprozession wird auch die Petrusstatue mitgetragen. Stationen sind unterhalb des Rathauses, an der Mariengrotte am Haus von Udo Scherer und vor der Kirche.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Nudelsuppenessen: Anschließend trifft man sich in der Drei-Schluchten-Halle, hier wartet bereits die leckere Nudelsuppe. Diese gibt es entweder vegetarisch oder mit Biofleisch. Der Ortschaftsrat und die Landfrauen werden auch in diesem Jahr wieder rund 60 Liter Fleischbrühe kochen, dazu 20 Kilogramm Nudeln, rund 20 Kilogramm Hinterwälder Fleisch und die Suppe dann mit Schnittlauch den Festgästen servieren. Die Geschichte hinter dieser Nudelsuppe fand sogar in der Literatur Einzug und ist im Buch von Susanne Hilz-Wagner über die Ess- und Kulturgeschichte in Baden-Württemberg festgehalten. Der Nudelteig – wahrscheinlich aus Dinkel – wurde ausgerollt, in Streifen geschnitten und danach zum Trocken über eine Wäscheleine aufgehängt. Die Bürgersfrau vergaß wohl am Sonntag – hier herrschten strenge Regeln – ihre Nudeln wieder abzuhängen. Nicht bekannt ist, ob diese Bürgersfrau bestraft wurde, auf jeden Fall hat sie das Nudelfest ins Leben gerufen.
  • Dorffest am Petrusbrunnen: Am Nachmittag ab 16 Uhr geht es von der Halle zurück in den Ort an den Petrusbrunnen. Um diesen herum werden die Bachheimer Vereine Zelte aufstellen. Mit dem Bieranstich durch Ortsvorsteherin Petra Kramer beginnt das Dorffest. Auch hier dürfen sich die Gäste auf Nudelsuppe bei den Landfrauen und andere kulinarische Köstlichkeiten bei den Bachheimer Vereinen freuen. Dazu gibt es viel Musik.