Noch sind Wolfram und Eva Wiggert in Berlin, doch die Nachricht, dass das Landwirtehepaar mit einem Premiumpreis nach Hause kommen wird, hat sich im Baarstädtchen schon wie ein Lauffeuer verbreitet. Bei der Preisverleihung des Ceres-Awards in der Bundeshauptstadt wurde Wolfram Wiggert vom Haslachhof zum „Energielandwirt 2019“ gekürt.

  • Nacht der Landwirtschaft: Am Mittwochabend trafen sich in Berlin die 33 Landwirte, die als Finalisten in zwölf Kategorien ausgezeichnet werden sollten. Bei der Gala im Kosmos in Berlin kamen rund 350 Gäste aus der Landwirtschaftsbranche und der Politik, um die ausgezeichneten Landwirte zu feiern. Zwar wussten zu diesem Zeitpunkt Wolfram und Eva Wiggert, dass sie zu den besten Energielandwirten im deutschsprachigen Raum gehörten, doch dass sie am Ende mit der Siegertrophäe heimfahren dürfen war keineswegs sicher. Der Schirmherr des Abends war der Präsident des Bauernverbands Joachim Rukwied.
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  • Juroren waren vor Ort: Nach der Bewerbung der Landwirte, ausgezeichnet wurden zwölf Kategorien von Ackerbau bis Unternehmer, hatte die Jury die Aufgabe, aus der Vielzahl der Einsendungen in jeder Sparte drei Finalisten auszusuchen. Dann ging es für die Jury mit Vertretern aus Unternehmen und von Verbänden sowie Redakteuren vom Deutschen Landwirtschaftsverlag direkt zu den Finalisten auf den Hof. Hält der Betrieb, was die Bewerbung verspricht? Kann der der Landwirt die Juroren überzeugen? Wer ist die oder der Beste in der Kategorie? Fragen, welchen die Juroren vor Ort bei den Landwirten auf den Grund gingen.
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  • Haslachhof überzeugt: Bei der Auszeichnung zum Energielandwirt des Jahres 2019 wurde die Innovationsfreude von Wolfram Wiggert gewürdigt. Auf dem Haslachhof bewirtschaftet er 500 Hektar ökologisch mit den Betriebszweigen Marktfruchtbau, Mutterkuhhaltung und Energieerzeugung. Die Biogasanlage erzeugt umweltfreundlichen Strom und Wärme, ein Teil davon geht ins städtische Nahwärmenetz. Immer wieder setzt der 40-jährige Agraringenieur neue Impulse. Etwa das Luzerne-Gras in der Fruchtfolge oder die Düngung mit den Gärresten wie Einkorn oder Hafer. Eine Mutterkuhherde mit 35 Hinterwäldern mit Direktvermarktung des Fleisches rundet das Betriebskonzept ab. Ein weiterer Ansatz ist die CO2-Speicherung durch den Humusaufbau. Der Verkauf von CO2-Zertifikaten trägt zusätzlich zum Unternehmensgewinn bei.
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  • Einladungen folgten: Stolz ist nicht nur Löffingen über die Auszeichnung von Wiggert als Energielandwirt 2019, sondern auch die Politiker. So besuchten Wolfram und Eva Wiggert den Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner, der von einem Vorzeigeobjekt Haslachhof sprach. Nicht nur Schreiner hatte jüngst zusammen mit Landwirtschaftsminister Hauk den Löffinger Betrieb besucht, sondern auch Bundestagsabgeordneter Christoph Hoffmann, der ebenfalls gratulierte. Er sprach von einem echten Durchbruch für das Biogas, da Wiggert die Anlage nicht mit Mais, sondern mit Luzerne befülle.
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  • Gesamtsiegerin: Die Unternehmerin des Jahres und gleichzeitig Gesamtsiegerin wurde Linda Kelly aus Herdwangen vom Bodensee.

Die Auszeichnung

Die Landwirtschaft ist eine tragende Säule der Wirtschaft und doch sind die Landwirte oft die Buhmänner. Ihre Arbeit, die mit Ideenreichtum, Zielstrebigkeit und Ausdauer durchgeführt wird, zu würdigen, ist das Ziel des Ceres-Award. Dieser seit sechs Jahren verliehene Preis spiegelt die Vielfalt der heutigen Landwirtschaft wieder. Außerdem stärke er das Ansehen der Landwirte in der Gesellschaft und fördere den Werte- und Wissensaustausch zwischen Landwirten, Handel, Industrie, Politik und Öffentlichkeit, so Schirmherr Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands.