Gerade in Geschäften ist Plastik allgegenwärtig. „Vieles ist sogar mehrfach verpackt“, sagt Iris Hasenfratz. In der Bio-Branche habe man die Bedeutsamkeit des Themas schon lange erkannt und versuche, dagegenzusteuern.

Hasenfratz geht diesen Weg aus voller Überzeugung mit, weshalb sie in ihrem Laden schon seit geraumer Zeit unverpackte Produkte anbietet. In den Fächern ihres hölzernen Getreidespeichers drängen sich hinter einer Scheibe aus Plexiglas Reis-, Dinkel-, Grünkern-, Weizen-, Roggen- und Haferkörner aneinander. Darunter stehen Gläser, die den Kunden als Maßeinheit dienen.

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Anschließend werden die Körner in mitgebrachte Gläsern oder Papiertüten verpackt. „So kann ich die Wünsche der Kunden ganz individuell erfüllen“, erklärt die Verkäuferin. Sie selber bekomme Säcke mit je 25 Kilogramm geliefert.

Nicht nur beim Getreide wird Plastik gespart

Iris HasenfrAuch bei Spül-, Putz- und Waschmittel können Kunden auf die Verpackung verzichten. Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Drei Sorten Spülmittel, drei flüssige Color-Waschmittel und zum Putzen stehen Glas-, Allzweck- oder Orangenreiniger zur Wahl. Ganz ohne Plastik geht es leider nicht, denn die Mittel werden lediglich in wiederbefüllbare Original-Flaschen abgegeben. Die chemische Verbindungen könnten in anderen Behältnissen zur Gefahr werden.

Ob Allzweck- oder Orangenreiniger: Die Auswahl an Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel kann sich sehen lassen.
Ob Allzweck- oder Orangenreiniger: Die Auswahl an Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel kann sich sehen lassen. | Bild: Silvia Bächle

Um Müll zu vermeiden, hat die Bio-Branche in den vergangenen Jahren immer wieder nach Alternativen zur herkömmlichen Plastikverpackung gesucht. Diese sind allerdings oft deutlich teurer. Deshalb sei der Käufer gefordert, einen höheren Preis für die Umwelt zu bezahlen, meint Hasenfratz.

Dies gelte auch für den Tierschutz. Ihre Freilandeier bezieht sie von einem Bauernhof, auf dem auch die männlichen Küken großgezogen und nicht nach der Geburt geschreddert werden. „Dafür kostet jedes Ei einen Cent mehr“, sagt sie. Die Eier kommen zum Transport in die mitgebrachten Behältnisse der Kunden und werden einzeln verkauft.

Manche Dinge lassen sich nicht vermeiden

Auch an der Käsetheke kommen Dosen zum Einsatz. Lediglich das Papier zwischen den einzelnen Scheiben lässt sich nicht vermeiden, dafür setzt Hasenfratz jedoch Bio-Ölpapier ein, das ihre Kunden kompostieren können.

Auch Wasch-, Putz- und Spülmittel gibt es hier unverpackt. Die Reinigungsmittel werden aus großen Kanistern in kleine wiederverwendbare Flaschen abgefüllt.
Auch Wasch-, Putz- und Spülmittel gibt es hier unverpackt. Die Reinigungsmittel werden aus großen Kanistern in kleine wiederverwendbare Flaschen abgefüllt. | Bild: Silvia Bächle

„Unsere Kunden haben schon immer auf die Verpackung geachtet und ihre Einkäufe in mitgebrachten Körben oder eigenen Stofftüten verstaut“, so Hasenfratz. Obst und Gemüse wurde in der Bioecke seit jeher unverpackt angeboten. Dafür gibt es Stoffbeutel aus fairgehandelter Biobaumwolle oder recycelte Gemüsenetze. Milch und Joghurt verkauft Hasenfratz fast ausschließlich in Glasflaschen.

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Erst vor Kurzem hat das Bundesamt Umwelt auf die Gefährlichkeit von Kassenbons hingewiesen. Ab dem kommenden Jahr soll deshalb die schädliche Chemikale Bisphenol A, die für das Thermopapier benötigt wird, verboten werden. Solange hat Iris Hasenfratz nicht gewartet, sie benutzt schon lange umweltfreundliches und gesundheitlich unbedenkliches Papier.