727 000 Euro soll der Löffinger Stadtwald im kommenden Jahr erwirtschaften. Dieser Gewinn, den "Löffingens grünes Kapital" einspielt, soll dem städtischen Haushalt zugute kommen. Das geht aus der Natural- und Finanzplanung für das Jahr 2019 hervor, die Stadtförster Karl Meister bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Das Stadtparlament stimmte der Planung für das Forstwirtschaftsjahr 2019 einstimmig zu.

Dem Planwerk zufolge belaufen sich die Einnahmen auf rund 2,12 Millionen Euro, die Ausgaben auf rund 1,36 Millionen Euro. Größte Einnahmeposten sind die Holzernte mit rund 1,68 Millionen Euro und die Kiesgrubenpacht mit 481 000 Euro. Auf 85 000 Euro beläuft sich der Erstattungsbetrag, den die Löffinger Nachbarkommunen Eisenbach und Friedenweiler für forstwirtschaftliche Leistungen an den Löffinger Forstbetrieb entrichten. 20 000 Euro spülen Jagd und Regiejagd in die Forstkasse.

Die Ausgabenseite wird insbesondere von den Kosten für die Holzernte (459 200 Euro) und den Verwaltungskosten (315 000 Euro) geprägt. 83 000 Euro sind für das Ausbringen von Kulturen veranschlagt, 48 000 Euro für Erschließungsmaßnahmen, 40 000 Euro für die Bestandspflege und 38 700 Euro für Betriebssteuern und Beitragszahlungen.

Die geplante Holzerntemenge bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung wie in den Vorjahren: 25 000 Festmeter Holz will der Forst im kommenden Jahr einschlagen, das sind rund 2000 Festmeter mehr als in den Jahren 2017 und 2018 als Planzahl anvisiert worden war. Die am Holzmarkt zu erzielenden Preise habe man, betonte Meister, noch vorsichtiger als in den Vorjahren kalkuliert.

Mittlerweile mache die maschinelle Ernte mit 49 Prozent fast die Hälfte des Holzeinschlags aus, 51 Prozent entfielen auf die motormechanische Ernte, erläuterte Stadtförster Karl Meister. Damit setzt sich ein seit Jahren anhaltender Trend fort: Noch vor zwei, drei Jahren lag der Anteil der maschinellen Ernte bei rund einem Drittel.

Kreisforstdirektor Thomas Emmerich skizzierte die Entwicklungen auf dem Holzmarkt. Acht Jahre lang sei der Holzmarkt weitestgehend stabil geblieben. Das werde sich nach dem trockenen und heißen Jahr 2018 ändern – und das nicht unbedingt zum Guten. Es gebe, so Emmerich, riesige Mengen an Schadholz, die die Preise purzeln ließen. Letztlich richteten sich die Hoffnungen darauf, dass die Frischholzpreise stabil blieben. Es herrsche eine allgemein negative Markteinschätzung vor, meinte der Kreisforstdirektor.

Der Forst sehe auch aus einem weiteren Grund mit einem gewissen Bangen dem kommenden Jahr entgegen. Die Erfahrungen zeigten, dass der Borkenkäferbefall nicht unmittelbar in dem Jahr, in dem Sturmschäden aufgetreten sind, deutlich zunehme, sondern eher in den Folgejahren.

Von diesen Entwicklungen blieb auch der Löffinger Stadtwald nicht gänzlich verschont, wie Stadtförster Karl Meister berichtete. Ein außergewöhnlich hoher Anteil des im laufenden Jahr geernteten Holzes sei kein Frisch- sondern Schadholz gewesen. Der Borkenkäferbefall sei in diesem Jahr zwar höher ausgefallen als in den Vorjahren, gebe aber noch keinen Anlass "Alarm zu schlagen", so Meister. Ob der Anstieg ein als "Ausrutscher" zu werten sei oder tatsächlich in einen anhaltenden Trend münde, müssten die Folgejahre zeigen. Entwarnung konnte Kreisforstdirektor Emmerich mit Blick auf das Kartellverfahren gegen das Land Baden-Württemberg geben, das vom Bundeskartellamt initiiert worden war. Mittlerweile habe der Bundesgerichtshof zugunsten des Landes entschieden, das Urteil werde in ein Forstreformgesetz münden. Für Löffingen, würden sich kaum Änderungen an der bisherigen Praxis ergeben.