Wenn die große Schar der Löffinger Hansili auftritt, sind die Weißnarren begehrte Fotomotive. Vor allem die Kinder lieben die Fastnachtsfigur, welche in ihrem roten Sack immer "Guzele" bereit hält, wenn die Kinder die Fastnachtssprüche aufsagen.

Nun ging der Kulturbeauftragte der Laternenbrüder, Matthias Wieder, ihrer Historie in einem Vortrag auf den Grund. Erstmals traten die Löffinger Hansili um 1924/25 auf, damals allerdings noch in uneinheitlichen Masken. Diese wurden nicht selbst hergestellt, sondern zusammengekauft. Viele Jahre blieb dieses bunte Bild und erst nach und nach setzte sich das einheitliche Erscheinungsbild durch.

Das Erscheinungsbild des heutigen Hansili ist gekennzeichnet durch sein Leinengewand, welches zwar mit unterschiedlichen Motiven bemalt ist, aber immer das Löffinger Stadtwappen aufweisen muss. "An der Mimik des Löffinger Hansili sind durchaus Übereinstimmungen mit den Narrenabbildungen der früheren Neuzeit zu finden", informiert Matthias Wieder. Es ist nicht ein fröhlich dreinblickendes Gesicht, sondern eher ein nachdenklicher Typ, der die Stin runzelt. Ganz im Gegensatz zu den vielen barocken Glattlarven sonstiger Weißnarren auf der Baar. Nicht fehlen darf natürlich der Fuchsschwanz als Zeichen der Falschheit und die weißen Handschuhe. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass das Löffinger Hansili nur mit einem Geschellriemen mit elf Rollen ausgestattet ist.

"Das Hansili oder der Narr ist eine der ältesten Figuren der Fastnacht", so Matthias Wider. Der Narr stehe theologisch betrachtet für den Gottesleugner, was in den Psalmen 14 und 53 zu finden ist. Weltlich stehe der Narr für den Hofnarren, einen Hanswurst oder dummer Einfaltspinsel, dem Kritik erlaubt ist, auch gerade gegenüber den ansonsten unantastbaren Obrigkeiten. "Der Narr ist – sowohl theologisch als auch weltlich – ein Hauptrepräsentant und keineswegs nur ein Teil der närrischen Gegenwelt", so Matthias Wider. In ihm sei ausgedrückt, was Fastnacht darf und soll.