Mit einem grandiosen Auftakt ins Jubiläumsjahr der Stadt Löffingen und der Gemeinde Rötenbach in der Löffinger Stadtkirche, mit der Zeitreise ins Mittelalter, mit einem fantastischen Schauspiel und tollen gregorianischen Gesängen und einem Empfang landete die Gemeinde Friedenweiler am Mittwochabend einen echten Coup.

Ruadger mit seiner Familie bei der Urkundenschreibung vor Zeugen – so soll es sich am 16. Januar 819 in Löffingen zugetragen haben.
Ruadger mit seiner Familie bei der Urkundenschreibung vor Zeugen – so soll es sich am 16. Januar 819 in Löffingen zugetragen haben. | Bild: Gerold Bächle
  • Auftaktveranstaltungen: Die Stadt Löffingen und die Gemeinde Friedenweiler verbindet bis heute eine enge Beziehung. Angefangen hat diese im Jahr 819, als der Rötenbacher Ruadger der Kirche St. Martin seinen Besitz vermachte. Diese erste urkundliche Erwähnung der beiden Orte vor 1200 Jahren wird das ganze Jahr über ordentlich gefeiert. Schon mit der Auftaktveranstaltung, dem Schauspiel "Carta levata" in der Stadtkirche Löffingen, setzte Rötenbach ein Zeichen. Am Samstagabend ist Löffingen an der Reihe mit dem Empfang. Während Rötenbach beim Schauspiel, so Bürgermeister Josef Matt, auf die Vergangenheit setzte, wird Löffingen am Samstag den Blick in die Zukunft wagen.
Voll besetzt ist die Löffinger Stadtkirche, hier im Vordergrund Altbürgermister Clemens Hensler, der sehr viel Geschichtswissen eingebracht hat. Dahinter Wulf Schmitt, Autor des Musical, das als nächster Höhepunkt lockt.
Voll besetzt ist die Löffinger Stadtkirche, hier im Vordergrund Altbürgermister Clemens Hensler, der sehr viel Geschichtswissen eingebracht hat. Dahinter Wulf Schmitt, Autor des Musical, das als nächster Höhepunkt lockt. | Bild: Gerold Bächle
  • Schauplatz katholische Stadtkirche: Kein Platz gab es mehr in der katholischen Stadtkirche Löffingen, wollte doch jeder diesem Schauspiel beiwohnen. Gut gelungen war der Blick in die Vergangenheit und die Gegenwart, so war der gesamte Kirchenraum mit Kerzenlicht erleuchtet, die modernen Medien ermöglichten es über große Leinwände, das Schauspiel für alle Kirchenbesucher sicht- und auch hörbar zu machen.
Gastgeber Josef Matt und Autorin Birgit Hermann bei der fantastischen Auftaktveranstaltung.
Gastgeber Josef Matt und Autorin Birgit Hermann bei der fantastischen Auftaktveranstaltung. | Bild: Gerold Bächle
  • Urkundenlegung: Auf den Tag genau, am 16. Januar 819, übergab der freie Mann Ruadger seinen Besitz zu Rötenbach der Kirche St. Martin in Löffingen. "Ein denkwürdiger Tag, denn es ist die erste urkundliche Erwähnung beider Orte, die allerdings älter sind", unterstrich der sich mit der Geschichte intensiv befassende Altbürgermeister Clemens Hensler. Das Datum war für die Autorin und Historikerin Birgit Hermann aus Titisee-Neustadt geradezu ein Muss, hieraus ein Schauspiel zu schreiben. "Ich wollte den Menschen ein Stück dieser so wichtigen Urkundenlegung nahe bringen", sagte sie. Dass dies mehr als gelungen ist, zeigten nicht nur der Applaus, sondern auch die Gespräche der begeisterten Zuhörer in der Kaplanei. "Es ist ein gelungenes Schauspiel nahe an der Realität", lautete das Urteil des Kreisarchivars Clemens Joos aus Villingen. Der enge Kontakt zum Leiter des Stiftsarchiv St. Gallen, Peter Erhart, war hier unverkennbar.
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  • Schauspiel: "Gott zum Gruße ihr liebe Liit", so wurde das Schauspiel von Anette Dresel (Göschweiler) als Weib des Ruadgers eröffnet. Dieser, von Regisseur und Schauspieler Michael Schwörer von den Bühnenfreunden St. Johann wunderbar in Szene gesetzt, wollte seinen Besitz den beiden Söhnen Eberhart (Jonas Spitzner) und Peranhart (Luis Geng) erhalten. Er war zwar ein freier Mann, doch würde dies auch für seine Söhne gelten, wenn sein Herr Engelger verstirbt und wie sieht es dann mit seinen Gütern aus? Die einzige Lösung ist sein ganzes Hab und Gut der Kirche zu überschreiben und dies für einen geringen Zins wieder zurück zu pachten. Es war der Bruder (Schreiber) Hiltger alias Thomas Spitzner, der dies aufs Papier brachte. Zuvor mussten 14 Zeugen (aus Rötenbach, Friedenweiler und Pfarrhisler Egon Albert mit der Rentnergruppe aus Göschweiler) gut verköstigt werden, damit sie per Handauflegen das Ganze bezeugten.
Wichtig ist es, die Zeugen mit Bier und Speck zu verköstigen, hier Achim und Egon Albert (Pfarrhisler).
Wichtig ist es, die Zeugen mit Bier und Speck zu verköstigen, hier Achim und Egon Albert (Pfarrhisler). | Bild: Gerold Bächle
  • Chorschola St. Blasien: In Kutten zogen die Chorsänger durch das Gotteshaus, um im Chorraum stimmungsvoll gregorianische Gesänge zum Besten zu geben. Eine gelungene Bereicherung des Schauspiels, was die 26 Sänger hier boten.