"Wir gratulieren der Stadt zu 1200 Jahren" war in großen Lettern beim Neujahrskonzert der Stadtmusik in der Festhalle zu lesen. Das musikalische Geschenk, welches die Musiker mitbrachten, waren großartige Klänge jüdischer Musik. "Es gehört Mut dazu, sich mit Musik eines anderen Kulturkreises auseinanderzusetzen. Die Stadtmusik hat diese Herausforderung bestens gemeistert", erklärte der ehemalige Vorsitzende Rudolf Gwinner. Gekonnt verstanden es die 60 Musiker, die mannigfaltigsten Elemente und Ausdrucksformen der jüdischen Musik vor vollem Haus zu präsentieren. "Die Stadtmusik hat es wunderbar geschafft, die Zuhörer in den Bann der jüdischen Musik zu ziehen", urteilte der Präsident des Blasmusikverbands Hochschwarzwald, Micha Bächle.

  • Wertschätzung für Dirigent: War das Publikum schon während des Konzerts begeistert, gab es am Ende vor allem für Thomas Epple stehend dargebrachten Applaus. Seit 20 Jahren dirigiert er das Neujahrskonzert und macht es jedes Jahr zu einem besonderen musiklischen Höhepunkt. Meist hat der Vollblutmusik am Ende noch ein Schmakerl parat, so auch heuer. Das neue Löffinger Lied "Leffinger Bluat" von der Kultband Casanovas hatte Epple für das symponische Blasorchester arrangiert, eine besonders Zuckerle zum Stadtjubiläum. Die Musiker nahmen es im Anschluss zum Anlass, den Text, der auch für die Gäste auf die Wand projiziert wurde, als Dank für die 20 Jahre umzudichten. "Wir hoffen, dass du noch lange uns für die Musik begeisterst", sagte Vorsitzender Paul Wolber, der sicherlich den Musikern und Gästen aus dem Herzen sprach.
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  • Klezmer Classics: Mut gehörte schon dazu, "Klezmer Classics" gehörte schon dazu, "Klezmer ", ein fünfsätziges Musikwerk von Johan de Meij auf die Bühne zu bringen. Ein achtminütiges Oberstufenwerk, welches die traditionelle Instrumentalmusik an Festen der jiddisch sprechenden Juden Osteuropas darstellt. Diese fünf Klassiker aus dem Klezmer Repertoire präsentierte die Stadtmusik in einer grandiosen Farbklangwelt von der charakteristischen Fröhlichkeit bis zu den wehmütigen Klängen. Für diesen musikalischen Leckerbissen hatte Thomas Epple den Akkordeon-Spezialisten Waldemar Lang auf die Bühne geholt, der mit Sophie Käfer (Klarinette), Annalena Groß (Oboe), Christina Fischer (Englisch Horn) und mit Thorsten Schelb (Sopran-Saxophon) solistisch sich in die Herzen die Zuhörer spielte.
  • Berühmtestes Werk: Zu den wohl berühmtesten Werken der jüdischen Musik gehört "Das große Tor von Kiew", die musikalische Betrachtung einer Kunstausstellung. Der bombastische Finalsatz, das zehnte vertonte Bild der Suite, zeigt die Liebe zur russischen Volkskunst mit Glockengeläut, Choral und einem fulminanten Schluss.
  • Musik aus Anatevka: Bekannt ist der Milchmann Tewje aus dem Musical Anatevka. Mit "Symphonic Dances" setzte die Stadtmusik diesem genialen Werk mit wunderbaren Tanzszenen und dem einzigartigen mitreißenden Stil eine geniale Hommage.
  • Kaddish: Mit diesem jüdischen Totengebet begeisterten die Musiker schon beim Kirchenkonzert. Auch in der Festhalle wurde mit dem Schlagen der Röhrenglocken, den Paukenschlägen bis zu den Trommelwirbeln und wunderbaren Klangfarben alles gegeben.