Vor 57 Jahren wurde die Segelfluggruppe Reiselfingen aus der Taufe gehoben. Heute sind die Reiselfinger Piloten am Segelflughimmel nicht mehr wegzudenken. Dennoch suchen die Flieger Nachwuchs und wollen gerade junge Menschen für die Faszination des Segelfliegens begeistern.

  • Nachwuchssorgen: Trotz aller sportlicher Erfolge plagen den Verein konkrete Nachwuchssorgen. "Der Verein schrumpft", informiert Schriftführer Uwe Baderschneider. "Wir schaffen es nicht, junge Menschen für den Segelflug zu begeistern", bedauert auch Vorsitzender Markus Halbig. Nun gehen die Segelflieger Reiselfingen mit einer neuen Idee an den Start. "Wir werden einige Aktivitäten mit der VolkshochschuleHochschwarzwald anbieten, um so neue Interessenten und neue Mitglieder in allen Altersklassen zu gewinnen", informiert Halbig. Wie diese Angebote aussehen sollen, ließ noch offen, derzeit werden bereits vorbereitende Gespräche geführt.
  • Taschengeld-Fliegen: Um den jungen Menschen finanziell entgegenzukommen, wurde schon vor vielen Jahren das Taschengeld-Fliegen eingeführt. So bezahlen Jugendliche ohne eigenes Einkommen das erste Jahr oder bis zum ersten Alleinflug einen Pauschalpreis von 20 Euro pro Monat. Außerdem lädt der Verein jeweils am ersten Wochenende von April bis September zu Schnupperflügen ein.
  • Erfolge in der Luft: Erneut konnten sich die Reiselfinger Segelflieger bei den Deutschen Meisterschaften im Streckensegelflug (DMST) mit guten Platzierungen in Szene setzen. Landesmeister wurde Rudolf Baderschneider – bundesweit Platz vier – mit seinen drei Wertungsflügen über 860, 753 und 812 Kilometer. Vizemeister wurde Helge Loschan in der Doppelsitzerklasse – bundesweit Platz acht – mit seinen Copiloten Rainer Peghini, Artur Schuler und Albert Stumpf. Sie legten Strecken von 668, 621 und 614 Kilometer zurück. Der dritte Platz der Landesmeisterschaft (bundesweit Platz neun) bei der Doppelsitzerwertung ging heuer an den Vorsitzenden Markus Halbig mit Strecken von 702, 628 und 628 Kilometer. Bei den Landesmeisterschaften flog Karl Wittig auf Platz zehn und in der offenen Klasse landete Sascha Kleiser auf Platz neun.
  • Wetter wertet Bilanz auf: Das außergewöhnliche Flugwetter im vergangenen Jahr brachte für die Reiselfinger Segelflieger gleich zwei tolle Resultate. So wurden insgesamt 1300 Flugstunden absolviert, ein Novum in der Vereinsgeschichte. Bei den Streckenflügen wurde die Distanz von 950 Kilometer erreicht.
  • Arbeitseinsätze: Neben dem Fliegen haben die Segelflieger ihre Arbeitseinsätze auf den Schwerpunkt Halle gelegt. Hier wurde ein neuer Fußbodenbelag gelegt, eine neue Beleuchtung installiert, eine neue Dachrinne samt Wasserlauf angebracht und auch die Wände bekamen einen neuen Farbanstrich.
  • Flugzeugpark: Das Flaggschiff des Vereins ist der Duo Discus, ein doppelsitziges Hochleistungsflugzeug, das auch als Ausbildungsflugzeug dient. Kunsttauglich ist der Schulungs-Doppelsitzer, die ASK 21. Der Discus, ein Hochleistungseinsitzer, wird vor allem auch für Streckenflüge genutzt. Der Klassiker ist der Cirrus, hinzu kommt die Ka8, ein Oldtimer für Übungsflüge. Zum Schleppen steht noch die C42 den Piloten zur Verfügung.