Seit dem Wochenende zeigt sich der Ferienort Dittishausen in einem neuen Licht. Hierher kommen die Gäste nicht nur um sich zu erholen und zu entschleunigen, sondern auch um Mord und Totschlag bei den ersten Krimiwandertagen hautnah zu erleben.

  • Internationale Spürnasen: Mehrere Morde in und um Dittishausen und dies seit 1901 lockte am Wochenende internationale Spürnasen in den sonst so bedächtigen und ruhigen Urlaubsort. Von der Nordsee bis in die Schweiz kamen die Detektive, um den ungeklärten Fällen auf den Grund zu gehen. Die 33-jährige Zweifachmutter Susan Mattick aus der Winterthur ist regelmäßige Tatort-Seherin und kennt sich in diesem Metier aus. "Doch so spannend wie hier vor Ort war es noch nie, ich war aktiv im Geschehen dabei, ein Erlebnis für alle Sinne".
  • Verdächtige Funde: Als die 24 Gäste im Gasthaus Rössle eintreffen, hätten sie nicht geglaubt, dass auch hier beim Wirt Lothar Rudigier ein dunkles Geheimnis verborgen ist. Wo jetzt das "Krimidiner" und das "Blut-Frühstück" im dekorativen Krimisaal serviert wurde, war einst eine Stallung. Der Vater Fidel hatte das Rössle erworben und schickte 1937 seinen Stallburschen, um Stroh aufzuschütten. Doch da stand ein zähnefletschender Gaul, ein Anblick, der dem Armen einen Schauer über den Rücken zog. Man kann es erahnen, dass die 24 Tatortkommissare bei ihrem Essen nichts von dieser grauenhaften Begegnung von Krimiautorin Anne Grießer erfuhren. "Die Krimis erlebe ich hier hautnah mit und lerne Dittishausen auf eine ganz neue Art kennen", erklärte Stephanie Mulder aus Dachau ganz begeistert. "Sieben Tote im Nanteleloch", erzählt Anne Grießer, das kann doch nur ein Massenmörder sein? Für den 62-jährigen Arnold Gumpert, der den einen oder anderen Tatort wie die Weiler Kapelle kennt, an der ein menschlicher Hüftknochen gefunden wurde, ist nachdenklich. "Was sagen die gefundenen Indizien? Der rote Damenslip, die leere Weißweinflasche, das Hundehalsband?" Auf den Wanderungen gab es vieles zu entdecken.
24 internationale Spürnasen kommen nach Ditishausen, um dort bei den ersten Krimiwandertagen mehrere Morde aufzuklären.
24 internationale Spürnasen kommen nach Ditishausen, um dort bei den ersten Krimiwandertagen mehrere Morde aufzuklären. | Bild: Gerold Bächle
  • Tatort-Fieber: Im Tatort-Fieber zeigten sich nicht nur die 24 Kommissare um Krimiautorin Anne Grießer, die Vorsitzende des Verkehrsvereins, Gabi Koberski, und dessen Geschäftsführerin Jessica Scherzinger. Gänsehautfeeling zauberten die Taborhexen mit ihrem Hexenspektakel, bevor es mit Fackeln zum Sportplatz ging. Am zweiten Tag lockte ein schön-schauriges Erlebnis durch den Wald zum Kirnbergsee, um dann in den sakral-kriminalen Ort der Weiler Kapelle einzutauchen. Die Landfrauen, KuDitt, der Verkehrsverein und Lothar Rudigier sorgten dafür, dass alle Sinne auf den Tatort Dittishausen eingeschworen wurden. "Diese Premiere der Krimiwanderung ist eine Werbung für Dittishausen und die gesamte Region", freut sich Gabi Koberski. "Zumal sich die Gäste hier auch gut verpflegt und aufgenommen fühlten", ergänzt Jessica Scherzinger. Selbst der Wettergott schickt am Samstag Sonnenschein, was die zehn Kilometer lange Wanderung auch noch touristisch gut ins Bild setzte.
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  • Krimiandenken: Am Sonntag ging es für die 24 Detektive wieder zurück. Im Gepäck ein unvergessliches Erlebnis, dazu das Krimibuch von Anne Grießer und vom Verkehrsverein eine "blutrote" Tüte mit Erinnerungen.