Inklusion ist in Löffingen nicht nur ein leeres Wort, sondern Stück für Stück geht man im Baarstädtchen den Weg, gleiche Chancen und Rechte für alle Menschen zu schaffen. Beispiele dafür sind die kommunale Inklusionsvermittlerin Annette Scherzinger oder der Inklusionschor. Auch die Löffinger Stadtbücherei ist mit dabei, Inklusion in Löffingen weiter zu gehen.

  • Inklusionsvermittlerin: Seit Juli 2015 hat die Stadt mit Annette Scherzinger eine kommunale Inklusionsvermittlerin (KIV). Damit nahm das Baarstädtchen an einem vom Land unterstützten Modellprojekt teil. „Menschen mit Behinderungen möchten und sollen verstärkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, informiert Bürgermeister Tobias Link. In Löffingen versuche man, Stück für Stück die Barrieren abzubauen. Annette Scherzinger beschäftigt sich schon lange mit Menschen mit Behinderung. So hat sie 2012 die Ausbildung zur Musiktherapeutin abgeschlossen und leitet seit 2015 den erfolgreichen Inklusionschor. Die Stelle der Inklusionsvermittlerin (KIV) wurde mit einer zweijährigen Qualifizierung durch die Akademie Himmelreich begleitet.
Schon die Löffinger Kinder mit dem Thema Inklusion vertraut zu machen, ist das Ziel von Inklusionsvermittlerin Annette Scherzinger, Büchereileiterin Birgit Kuttruff und Bürgermeister Tobias Link.
Schon die Löffinger Kinder mit dem Thema Inklusion vertraut zu machen, ist das Ziel von Inklusionsvermittlerin Annette Scherzinger, Büchereileiterin Birgit Kuttruff und Bürgermeister Tobias Link. | Bild: Silvia Bächle
  • Barrierefreies Kinderbuch: Inklusion mit Leben erfüllen und begreifbar zu machen, steht auch bei der Leiterin der Löffinger Stadtbücherei, Birgit Kuttruff, oben an. Zusammen mit Annette Scherzinger lud sie jüngst zu einer speziellen Lesung. Vorgestellt wurde das erste barrierefreie Kinderbuch aus der Reihe „Bunte Bande“. Bürgermeister Tobias Link sich dazu in den großen Ohrensessel, um den vielen Kindern und Erwachsenen die Geschichte „das gestohlene Fahrrad„ vorzulesen. Das Buch hat die Besonderheit, dass hier in drei verschiedenen Lesearten die Geschichte erzählt wird, in Alltagssprache, leichter Sprache und Braillesch (Blindenschrift). Ein Buch für alle, so Birgit Kuttruff. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen fünf Kinder mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Durch die kleinen Abenteuer, die sie gemeinsam bestehen, soll den Lesern vermittelt werden, dass alle Menschen dazugehören.
  • Kinder sensibilisieren: Nach dem Vorlesen durften die Kinder selbst in diesem Buch lesen, welches sowohl für Kinder mit Sehbehinderung, Lernschwierigkeiten oder Kinder mit geringen Deutschkenntnissen perfekt ist. Für viele eine erfolgreiche Geschichte, konnten sie doch gemeinsam in der Gruppe die Geschichte hören, sehen, lesen und fühlen. Annette Scherzinger hatte für die Kinder das Blindenschrift-Alphabet und einen Lesetext in Punktschrift mitgebracht. Dazu gab es viele interessante Informationen über Louis Braille, den Erfinder der Blindenschrift, aber einen kleinen Ratgeber für den Umgang mit blinden Menschen. Birgit Kuttruff sorgte für eine imposante Buchauswahl, welche die Inklusion ermöglicht. Umfangreiche Literatur kann in der Stadtbücherei ausgeliehen werden.
  • Inklusionschor: 2013 gründete Annette Scherzinger den Inklusionschor. Ihm gehören Menschen mit und ohne Behinderung an, die sich zum gemeinsamen Hobby Singen regelmäßig treffen. „Keine Verpflichtung, doch dafür eine tolle Möglichkeit neben dem Singen Begegnungen zu pflegen und Freundschaften zu knüpfen“, sagt Annette Scherzinger. Jeden ersten Mittwoch im Monat triff sich der offene Chor zum gemeinsamen Singen. Schon auf großer Bühne trat der Inklusionschor auf und begeisterte.