Ärzte und Zahnärzte im ländlichen Raum sind Mangelware, was auch im Baarstädtchen Löffingen und in der Nachbargemeinde Rötenbach- Friedenweiler ein großes Thema ist. Während in Löffingen eine verwaiste Arztpraxis nach langem Suchen wieder besetzt werden konnte, setzt Rötenbach die Vision eines Ärztehauses um. Jetzt fand der Spatenstich für das ambitionierte Projekt statt.

  • Das Projekt: „Wir setzen unsere Visionen um“, informierte Bürgermeister Josef Matt beim Spatenstich für das Rötenbacher Ärztehaus. Mitten im Ort, direkt neben dem Rathaus, wird ein mehrstöckiges Gebäude gebaut. Das Investitionsvolumen beträgt rund zwei Millionen Euro. Dabei will Matt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, zum einen im Erdgeschoss eine Arztpraxis etablieren, zum anderen sich mit zehn Wohnungen der Wohnungsnot in der Region entgegenzustellen. Hierfür konnte der Friedenweiler Bürgermeister als Partner die Genossenschaft Familienheim in Neustadt mit ins Boot nehmen.
  • Das Gebäude: Die Arztpraxis im Untergeschoss wird barrierefrei und gut erreichbar sein, Parkplätze sind vorhanden. Die Praxis wird eine Größe von 120 Quadratmeter aufweisen. „Mit einer ausgebauten Praxis hoffen wir, punkten zu können und einen Arzt nach Rötenbach zu gewinnen“, sagte Matt. Dieser Arztsitz wäre auch für Löffingen wichtig, mit Bürgermeister Tobias Links stehe man in Kontakt, denn in Löffingen sei zwar derzeit die Lage etwas entspannter, aber keineswegs gelöst. Noch hat Matt keinen Arzt an der Hand, doch es würden zahlreiche Gespräche laufen. „Ich bin zuversichtlich, sagte Matt“.
  • Ärzteversorgung in Löffingen: Derzeit ist die Situation der Ärzteversorgung in Löffingen mit der Praxis von Winfried Grohmann, Peter Karvouniaris und seit Oktober 2018 Kerstin Murchner gesichert. Doch blickt man genauer hin, kann sich dies sehr schnell ändern. Zwar hat Winfried Grohmann in seiner 233 Quadratmeter großen Praxis neben den beiden langjährigen Löffinger Ärzten Utz Kraiss und Michael Stolz auch weitere Kollegen, doch Kraiss und Stolz hatten ihre eigenen Praxen bekanntlich aus Altersgründen aufgeben müssen. Diese Altershürde ist nun abgeschafft. Auch der seit 1999 in der eigenen Praxis praktizierende Arzt Panagiotis Karvouniaris möchte seine Arztpraxis noch weiterführen, doch auch er steuert bald die Zeit an, in der man in den Ruhestand treten könnte.
  • Zahnärzte: Der Blick zu den Zahnärzten ist nicht besser. Zahnarzt Niels Bachmann hatte vor ein paar Jahren die Löffinger Praxis von Rudolf Baderschneider übernommen. Franz-Peter Seibel möchte zwar auch noch einige Jahre weitermachen, hat das Rentenalter aber schon erreicht, und sein Kollege Wolfgang Pollocek ist ab heute in Ruhestand. Die Praxis ist geschlossen, ein Nachfolger noch nicht gefunden. Im Hinblick auf den demografischen Wandel ist die ärztliche Versorgung in Löffingen und Rötenbach – in Friedenweiler praktiziert noch der Mediziner Helmut Morath – alles andere als befriedigend.
  • Barrierefreiheit der Arztpraxen: Eine Arztpraxis ins Erdgeschoss zu legen, wie in Rötenbach geplant, ist hinsichtlich der Barrierefreiheit von Vorteil. Leider ist dies nicht immer möglich. In Löffingen hat die Baugenossenschaft im Haus der Praxis Grohmann einen Aufzug gebaut (130 000 Euro Kosten), um die Praxis barrierefrei zu erreichen. Es ist der einzige Aufzug in Löffingen, der auch für liegende Krankentransporte geeignet ist. In den beiden anderen Arztpraxen hat man sich mit Treppenliftern beholfen.

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