Zum Abschluss ihrer Referendarzeit am Schulverbund Löffingen setzte Katrin Koritko auf die Neugier der Löffinger Schüler und fuhr mit den Siebt- und Achtklässler zur Ausstellung Körperwelten nach Freiburg. Eine umstrittene und doch faszinierende Ausstellung, handelt es sich hier doch um tote Körper, die in einem speziellen Verfahren plastiniert wurden.

  • Nicht ohne Vorbereitung: „Es war schon ein Wagnis, doch ich war nach der intensiven Vorbereitung sicher, dass die Schüler die Ausstellung gut annehmen würden“, sagt die Referendarin, die sich nun wieder nach Stuttgart verabschiedet. Da gab es dann neben dem Thema „Ernährung und Verdauung“ für die Siebtklässler und „Herz-Kreislauf-System“ für die Achtklässler auch ganz banale Fragen wie „warum stinken die Körper nicht? Oder kann es passieren, dass auch ich einmal einfach ausgestellt werde?“ Auch manche Eltern waren etwas skeptisch doch es gab von keinem ein klares Nein, die Ausstellung zu besuchen.
  • Aus Skepsis wird Neugier: Beim Betreten aus Ausstellung herrschte bei manchem Schüler noch Skepsis, doch schnell wurde daraus Neugier und ohne Scheu und fasziniert beobachten die Schüler die Exponate. Max Dulheuer sprach vielen aus dem Herzen: „In der Ausstellung hat man schnell vergessen, dass dies eigentlich tote Menschen sind“, sagt er. Sein Bruder Noah ergänzte „es war echt toll zu sehen, wie es in uns aussieht“. Außerdem seien diese ja Plastinate und vieles sehe wie Plastik aus, ergänzt Laura Neumann. Soraya Schütz fuhr mit großer Skepsis nach Freiburg, doch auch für sie stand nach einigen Minuten die Faszination, die toten Körper zu sehen, im Vordergrund. Jana Ketterer und Vivien Senik sahen in dieser Ausstellung auch einen tieferen Sinn, „man kann ja nur direkt vom Menschen lernen, so wie Ärzte auch“. „Man muss doch genau wissen, wie es im menschlichen Körper aussieht, ich meine eine tolle Sache“, kommentiert Lara Blatter. Am faszinierendsten sahen vor allem die Jungs die Muskelpartien des Skispringers, während die jungen Damen von der Turnerin am Schwebebalken hingerissen waren. Gerade die Muskel- und Sehnendarstellungen waren beeindruckend, fanden Lars Koch und Thomas Miller. Finn Wehinger und Theo Kainz waren vom Gehirn angetan und fragten, warum dies so klein ist und so viel leisten muss. Das besondere Augenmerk sollten die Siebtklässler auf die Ernährung und Verdauung legen. „Normal können wir nicht sehen, wie es bei uns drinnen aussieht“, so Silas Gröninger. Niclas Bach ergänzte: „Bei der Ausstellung war dies möglich, nun kann ich mir alles besser vorstellen“.
  • Ausstellung macht nachdenklich: Jason Rosenstiel, Manuel Reinhardt und Fin Wehinger waren von der Raucherlunge beeindruckt. „Wir hätten nie gedacht, dass die Raucherlunge wirklich schwarz ist“, meinte Jason Rosenstiel. Für Mailin Riedrich steht deshalb fest „ich rauche nie“. Auch die Schrumpfleber ließ manche der Schüler laut nachdenken, die schworen, keinen Alkohol zu trinken. Dies gilt auch für die Ernährung wie Despina Efthymiadou und Panagiotis Efthymiadis unterstrichen. Soraya Schütz, Hanna Hogg und Jana Ketterer hatten auch kritische Empfindungen, als sie die Embryos sahen. „Da kann man schon auch kritische Gedanken haben“, untermauert die Lehrerin die Bedenken der Schülerinnen.
  • Fazit der Schüler: „Die zwei Stunden waren es wert“, so Louisa Fromm. Lina Welte hätten gerne sogar noch mehr gesehen. Das Gegenüberstellen von gesunden und kranken Organen wird für viele der Schüler auch zu einem gewissen Umdenken führen. Der Blick in den Körper war für alle lehrreich. Die Totenruhe würde nicht gestört, allerdings möchte sich keiner der Schüler sich selbst nach dem Tod einer solchen Plastinierung zur Verfügung stellen. „Da müssten mich meine Verwandten nach meinem Tod ja immer in einer Körperwelt-Messe besuchen“, so die einhellige Meinung der Schüler.