Mit einer Konzeption zur künftigen Gestaltung macht Löffingen die Friedhöfe in der Kernstadt und im Ortsteil Seppenhofen fit für die Zukunft. Den aktuellen Zwischenstand der Planungen haben Tobias Weiher, Geschäftsführer des mit der Konzeption betreuten Beratungsunternehmens Weiher, sowie Tim Kaysers vom Netzwerkpartner Planstatt Senner, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erläutert. Die im Entwurfsstadium befindliche Konzeption mit dem Arbeitstitel „Friedhof 2050“ behandeln im Nachlauf die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Außerdem ist eine Bürgerinformation vorgesehen, um das Meinungsbild sowie Anregungen und Vorschläge in die Endfassung des Planwerks, die voraussichtlich im Juli dieses Jahres vorliegt, einfließen zu lassen.

Das Grundmodell für die Neugestaltung des Löffinger Friedhofs, das im jetzigen Entwurfsstadium verfolgt wird, sieht einen großzügig bemessenen – „fließenden“, wie es Tobias Weiher ausdrückte – Übergang vom Kurpark in einen Friedpark vor, der seinerseits – ebenfalls „fließend“ gestaltet – in den bestehenden Friedhof mündet. Es sieht sowohl eine landschaftsgestalterische Betonung der West-/Ost und der Nord-/Südachse vor und ist – eine besondere Herausforderung angesichts der Hanglage des Löffinger Friedhofs – barrierefrei angelegt. Aufbauend auf dem Bestand ist darüber hinaus eine großzügige, schattenspendende Begrünung vorgesehen. Vor der Friedhofskapelle soll eine Freifläche geschaffen werden.

Auf dem Areal des Friedparks, der unter anderem „pflegeleichte“ Bestattungsformen wie Gemeinschaftsgräber ermöglichst, ist auch ein potentieller Standort für eine neue Aussegnungshalle ausgewiesen.

Flächen zu schaffen für diese so genannten alternativen Bestattungsformen – darunter fallen beispielsweise Friedfelder, Urnenbäume und anonyme Bestattungsfelder – war eine der Vorgaben, die der Gemeinderat für die Friedhofskonzeption gegeben hat. Die Bestattungskultur ist im Wandel begriffen, die Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen steigt. Dieser Entwicklung soll auch in Löffingen Rechnung getragen werden.

Was Tobias Weiher und Tim Kaysers im Verlauf ihrer Präsentation betonten, ist der modulare, flexible Charakter der Friedhofskonzeption. „Die Konzeption gibt den Weg vor, der in den kommenden rund drei Jahrzehnten bei der Gestaltung des Friedhofs beschritten werden soll. Die einzelnen Maßnahmen können und sollen aber nicht ‚in einem Rutsch‘ durchgezogen werden, sondern schrittweise“, erklärte Weiher. Zu berücksichtigen seien neben finanziellen Aspekten auch ganz „friedhofspraktische“ Gründe wie etwa die Liegezeiten bestehender Gräber.

Die denkmalgeschützte Friedhofskapelle wird, den Planungen zufolge, in jedem Fall erhalten und als bauliches Kleinod optisch weiter in den Fokus gerückt. Dennoch wird der Gemeinderat über kurz oder lang nicht umhin kommen, die Frage nach einer neuen, großzügiger bemessenen und in technischer Hinsicht besser ausgestatteten Aussegnungshalle aufzugreifen. Dazu gehen die Meinungen im Stadtparlament nach wie vor weit auseinander, wie die Diskussion bei der jüngsten Sitzung zeigte. Während Marlene Müller-Hauser (CDU) auf die möglichst rasche Realisierung einer Aussegnungshalle drängt, sieht Werner Adrion (FDP/FW) keinen akuten Bedarf, sofern die Friedhofskapelle und deren technische Installationen „ertüchtigt“ werden.