Der Haslachhof von Wolfram und Eva Wiggert steht auf mehreren Standbeinen, der Mutter-Kuh-Haltung, Energieerzeugung, Ackerbau und Hofladen. Doch dies ist dem jungen Agraringenieur nicht genug, er möchte sich aktiv gegen den voranschreitenden Klimawandel einsetzen, aber auch etwas gegen das Insektensterben tun.

Interessiert zeigten sich Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner bei der Hofführung über die einzelnen Betriebszweige, wobei Wolfram Wiggert vor allem die Blühpatenschaften und seine Aktionen für den Humusaufbau in den Mittelpunkt stellte. „Hier ist ein Landwirt mit Kopf, Herz und Verstand dabei“, lobte Peter Hauk den Vorzeigebetrieb, der Transparenz zulässt. So schlug Wolfram Wiggert vor, seinen Betrieb für wissenschaftliche Studien der Landesversuchsanstalt zur Verfügung zu stellen, gerade um das Humusprojekt genau zu untersuchen.

  • Klimawandel spürbar: Der Klimawandel ist auch in der Region zu spüren, lange heiße Trockenperioden und Starkregen sind Anzeichen dafür. „Die Landwirtschaft muss sich diesem Phänomen stellen und umdenken“, sagte Hauk. „Es ist bekannt, dass die Landwirtschaft zur Emission klimaschädlicher Gase beiträgt. Wenig bekannt ist aber, dass die Landwirtschaft auch in der Lage ist, das klimaschädliche CO2 aus der Atmosphäre zu binden“, sagte Wolfram Wiggert.
  • Humusaufbau: Die Lösung, so Wolfram Wiggert, sei der Aufbau von Humus im Boden, der das CO2 speichern könne. Dieser komplexe Vorgang werde durch eine entsprechende Bewirtschaftung der Felder – so wie auf dem Haslachhof – in Angriff genommen. Ein Beispiel sind die mehrjährigen Pflanzen, wie die Luzerne, deren Wurzeln bis drei Meter in die Tiefe reichen können. „So eine Pflanze übersteht trockene Sommer viel besser“, erklärte Wolfram Wiggert. Mit Mischkulturen von über 20 verschiedenen Sorten, darunter auch viele Kräuter, versucht er, die notwendige Diversität vorwärtszubringen. „Allerdings muss ein solcher Boden auch entsprechend behandelt werden“, erklärte Vater Herbert Wiggert. Mehr Humus sei nicht nur ein hervorragender CO2-Speicher, sondern bringe auch dem Landwirt Vorteile. Der Boden mit Humus könne mehr Wasser speichern, könne bei Starkniederschlägen in kurzer Zeit mehr Wasser aufnehmen und die Fruchtbarkeit verbessere sich. Allerdings müsse sich all diese Arbeit für die Landwirtschaft lohnen. Ob sich die Idee des Humusaufbaus für Landwirte jedoch flächendeckend und rentabel realisieren lässt, sieht Hauck mit einer gewissen Skepsis. Wolfram Wiggert jedoch führte das Beispiel Neuseeland an: Dort werde der Humusaufbau bereits erfolgreich praktiziert und lohne sich auch längerfristig für die dortigen Landwirte.
  • Blühpatenschaften: Seit mehreren Monaten läuft die Blühpatenschaft, eine Aktion für Betriebe, dem Insektensterben entgegenzutreten und auch hier die Diversität zu erhöhen. Nicht nur die Insekten können hier profitieren, auch die Landwirtschaft. Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner war es vorbehalten, die Blühpaten mit Urkunden auszuzeichnen. Für neuen Lebensraum sorgen die Blühpaten Floristikmeisterin Alexandra Steinhart, die Firma WST mit Sabine und Georg Willmann, Ofenbauer Martin Welte aus Eisenbach, die Versicherungsagentur Lentz und Lauble und die Stadt Löffingen, die beispielhaft die Auszeichnung bekamen.