Die Geschichte der Pfarrkirche St. Fridolin hat das engagierte Team um Christel Vogt, Clemens Knöbel, Elli Fuß, Heike Fuß, Pia Kaltenbrunn und Roswitha Glunk in einem imposanten Faltblatt zusammengestellt. Der Kirchenführer ist mit sehr vielen Bildern bestückt und zeigt auf kurze prägnante Art die Geschichte. Diese Geschichte ist auf einer großen Tafel ebenfalls an der Außenseite der Kirche anlässlich der 800-Jahr-Feier und pünktlich zum Patrozinium am Wochenende, 10. und 11. März, angebracht worden. Außerdem wurde ein kleines Faltblatt, an die Kommunions- und Totenbilder angepasst, erstellt, welches über den Kirchenpatron St. Fridolin informiert.

Im Jahr 1275 wurde erstmals eine Kirche zu Reiselfingen im Steuerregister erwähnt. Es ging um die Befreiung der Abgabe, da die Einkünfte zu gering waren. Damals gehörte Reiselfingen noch zum Bistum Konstanz. Dies verbesserte sich nicht, denn 1296 wurde die Kirche ebenfalls von den Pflichtabgaben befreit, dieses Mal allerdings von der Stadt Säckingen. Vermutet wird die Verehrung des Herzogs Albrecht für den Heiligen Fridolin. Dieser schenkte dem Stift Säckingen, das die Reiselfinger Kapelle gegründet hatte, die Patronalrechte. Reiselfingen war damals eine eigenständige Pfarrei, allerdings residierte der Pfarrer auf Anordnung des Stifts in Säckingen. 1432 wurde die Pfarrstelle nicht mehr besetzt, die Seelsorge übernahmen die Geistlichen aus Löffingen. Grund war mehrere Pestepidemien, welche die Einwohnerzahl auf kaum noch 100 reduzierten. 1480 wurde Reiselfingen offizielle Filiale von Löffingen. Damit endete die Selbständigkeit.

1735 hatte sich die Einwohnerzahl auf mehr als 300 erhöht und man bat um einen eigenen Pfarrer oder wenigstens einen Kaplan, weil lediglich eine Messe pro Woche gelesen wurde. Zwölf Jahr später klagte Reiselfingen vor der päpstlichen Nunziatur in Luzern und bekam Recht. 1747 wurde das bis heute bestehende Pfarrhaus gebaut und Reiselfingen bekam 1769 eine neue Kirche im Renaissancestiel. 1775 wurde diese feierlich vom Konstanzer Weihbischof eingeweiht. 1817 wurde Reiselfingen wieder selbständige Pfarrei. 1819 musste sogar die Kirche vergrößert werden. Es folgten verschiedene umfangreiche Sanierungen, die letzte war im Jahr 2002.

Vor allem das Deckengemälde wurde hier wieder freigelegt, nachdem es 1959 einfach überstrichen worden war. Hier ist der „rückwärtsfliegende“ Engel zu finden, denn die Flügel sind falsch herum gemalt.