Mit einer flammenden Rede und voller Herzblut verabschiedete sich Gabi Müller nach acht Jahren als Vorsitzende der Göschweiler Landfrauen. "Ich bin gerne eine Landfrau", erklärte sie im voll besetzten Landfrauenraum bei der Hauptversammlung. Laut Satzung darf die Vorsitzende nicht älter als 70 Jahre sein. Dies ist der Grund, weshalb Müller nicht mehr zur Wahl antreten durfte.

Vor allem aus den Reihen der Gäste wurden kritische Stimmen über eine Altersbegrenzung der Vorsitzenden (letzte Wahl mit 65 Jahren) laut, die in der Satzung der Landfrauen Südbaden verankert ist. Zwar erklärte Gabi Müller, dass es nach acht Jahren genug sei, doch die vielen Landfrauen spürten schon, dass hier eine Vorsitzende stand, die mit Herzblut ihre Aufgabe erfüllte. Glücklicherweise fand sich nun ein Trio mit Sonja Ketterer, Monika Mayer und Silvia Albert, welche nun gemeinsam die Vorstandsgeschäfte leiten, doch es hätte auch anders kommen können. Sportvereinsvorsitzender Walter Keßler sprach die Beitragserhöhung von 16,50 Euro auf nun 25 Euro an. Nicht die Erhöhung selbst, sondern dass lediglich ein Euro (nach der Erhöhung 3,50) dem Ortsverein bleibe, beanstandete er. Bianca Laubis vom Bezirksverband Donaueschingen versuchte, mit Argumenten die Kritik auszuräumen.

Nicht mehr mit einer Vorsitzenden gehen die Göschweiler Landfrauen in die neue Wahlperiode, sondern mit einem Dreier-Gestirn: Sonja Ketterer (Ansprechpartnerin), Monika Mayer (Kassiererin) und Silvia Albert (Schriftführerin). Aus beruflichen Gründen ist Beisitzern Silke Dunkels ausgeschieden. Lediglich Melissa Ketterer behielt ihre Beisitzer Position.

Im Jahr 2010 übernahm Gabi Müller erstmals kommissarisch in einer schwierigen Zeit den Vorsitz. Mit großer Überzeugungskraft kämpfte sie zusammen mit Monika Mayer um den Erhalt der Göschweiler Landfrauen. Das Engagement lohnte sich, wie man heute sieht. Vieles haben die Landfrauen in dieser Zeit bewegt. Unter Gabi Müller wurde das Landfrauenfrühstück eingeführt, das 40-jährige Bestehen gefeiert, den Landfrauenraum ausgebaut und vieles mehr, so Sonja Ketterer.

Wie viel die Landfrauen in Göschweiler leisten, zeigte Silvia Albert auf. Das Landfrauenfrühstück mit zuletzt 185 Besucher, die Göschweiler Fastnacht, Seniorennachmittag, das Engagement in der Kirche, all dies untermauerten den Satz von Gabi Müller "ein Dorf ohne Landfrauen ist wie ein Dorf ohne Seele". Ortsvorsteher Manfred Furtwängler, Werner Schonhardt und die Vertreter der örtlichen Verein unterstrichen den Gemeinschaftssinn für den Ort, das kulturelle- und soziale Engagement verbunden mit der Geselligkeit, die bei den Landfrauen einen großen Stellenwert einnimmt.