Immer wieder vergräbt sich der Löffinger Heimatforscher Rudolf Gwinner in den Archiven, um dann mit interessanten Historien, wie mit der der Fürstenberger, die Bevölkerung zu überraschen.

"Das Haus Fürstenberg gehört zum ältesten Hochadel Deutschland beziehungsweise des deutschsprachigen Raums", informierte Gwinner bei seinem jüngsten Vortrag. Die Grafen und späteren Fürsten lassen sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auf die Unruochinger zurückzuführen (achtes bis zehntes Jahrhundert), eindeutig nachweisbar sind sie seit dem elften Jahrhundert als Grafen von Urach auf der Schwäbischen Alb. Graf Egino IV von Urach heiratete Agnes von Zähringen. Die Zährigner hatten im zwölften Jahrhundert eine bedeutende Machtstellung im heutigen Südwestdeutschland, so Gwinner.

Sie gründeten viele Städte, Dörfer und Klöster, so das Kloster St. Peter, oder beispielsweise die Städte Freiburg, Bräunlingen und Villingen. 1218 starben die Zähringer aus. Der Sohn des Grafen Egino V von Urach, Graf Heinrich, erbte weite Teile der Baar, des östlichen Schwarzwalds, des Kinzigtals und des Renchtals. Heinrich I nannte sich jetzt nach dem "fürdersten Berg" auf der Baarerhebung der Länge: Graf von Fürstenberg. "Er ist damit der Stammvater des Hauses Fürstenberg", so Gwinner. Der tüchtige Fürst übernahm nach der Wahl Rudolf von Habsburg als deutscher Kaiser 1273 wichtige diplomatische Missionen. 1283 wurde Heinrich I mit der Landgrafschaft in der Baar belehnt.

"Damit erlangt das Haus Fürstgenberg strafrechtliche und zivilrechtliche Hochgerichtsbarkeit. Die Burg auf dem Fürstenberg wurde Verwaltungs- und Herrschaftsmittelpunkt", erklärte der Heimatforscher. Das Fürstenhaus begann ab 1250 systematisch mit Städtegründungen, so auch Löffingen im Jahr 1261. Das Haus Fürstenberg kümmerten sich auch stark um die Festigung des christlichen Glaubens. Das Hauskloster wurde 1337 "Maria Hof" in Neudingen, das bis heute Grablege des Hauses Fürstenberg ist. Im Hochschwarzwald entstand ab 1250 die Herrschaft "über dem Wald" mit Ämtern auch in Löffingen. Das Haus Blumegg rettete das Haus Fürstenberg vor dem finanziellen Ruin, als 1366 Heinrich von Blumegg die Herrschaft Blumegg verkaufte.

Schriftliche Unterlagen zum FF-Obervogteiamt Löffingen existieren seit 1422. 1821 wurde das großherzogliche-badische und fürstenbergische Bezirksamt Löffingen aufgelöst. "Das fürstenbergische Amtshaus befand sich im ehemaligen Sporthaus Straetker und Brillen-Burghardt. Heute erinnert ein Allianzwappen über dem Portal noch an die Geschichte", so Gwinner. Doch noch weitere Gebäude in Löffingen erinnern an die fürstenbergische Vergangenheit.

Eine herbe Stunde schlug 1305, als das Haus Fürstenberg die Stadt Bräunlingen und 1326 die Stadt Villingen an die Habsburger abtreten muste.