Allen Grund zum Feiern hat die Narrenhochburg Unadingen, das 50-jährige Jubiläum der Urhexen und den 40. Geburtstag der Stiefelhansel sind der Anlass. Mit einem Narrentreffen, einem Umzug und einer Narrenparty werden diese beiden Narrengeburtstage am Samstag, 13. Januar, gefeiert.

  • Urhexen: Unter Narrenvater Fritz Müller wurden die Unadinger Urhexen 1968 gegründet. Schon in den 1950-er Jahren gab es am Fasnetmendig Hexenumzüge zur Brunnenfigur Tante Melanie, die als Hexe verkleidet wurde. Im Laufe der Zeit verkleideten sich immer weniger Menschen als Hexen, um an diesem Umzug teilzunehmen, sicherlich mit ein Grund, die Urhexen aus der Taufe zu heben. Werner Ketterer, Kurt Hasenfratz, Josef Koßbiel, Herbert Preibisch, Rolf Stehle, Konrad Neugart und Bruno Kramer gründeten die Hexengruppe, die später aus 17 und heute aus 21 Mitgliedern besteht. Dies ist auch die beschlossene Höchstzahl. Die ersten Masken waren noch aus Kunststoff, doch schnell schuf der Unadinger Herman Moser die jetzige Holzmasken mit individuellen Zügen. Nach seinem Tod werden die Masken von Egon Schwarz aus Bubenbach geschnitzt. Das Häs der Hexe ist ein gelber Rock, rote Schürze, grüne Bluse, rotes Kopftuch und natürlich die Strohschuhe. Als Utensil hat die Hexe nicht nur den Hexenbesen, auch die Chaisen und der großen Hexenwagen sind die Kennzeichen der Unadinger Urhexen.
    Geprägt haben die Gruppen die Hexenväter, angefangen von Werner Ketterer, Kurt Hasenfratz, Helmut Egy, Peter Faller, Siegfried Kramer, Siegfried Faller, Alwin Greuter, Horst Gänsler und Mark Sättele-Marx. Der Umzug zu Tante Melanie am Fasnetmedig gehört zum Unadinger Urhexen-Ritual, wie auch das seit 2008 stattfindende Hexenfeuer. Zusammen mit der Wolfgalgenhexe wird diese Spektakel vor der Bürgerhalle initiiert, bei dem die Hexen über einem Drahtseil durchs Feuer gleiten.
  • Stiefelhansel: Auch die Figur des Stiefelhansel war eine Idee vom damaligen Narrenvater Fritz Müller und Julia Preibisch. Die Unadinger „Märtstiefel“ (ein Unadinger Bauer verlor auf dem Nachhauseweg vom Donaueschinger Markt einen der neu gekauften Stiefel) finden sich in der Figur des Stiefelhansele wieder. Auf der freundlichen Holzmaske ziert ein Stiefel die Stirn. Außerdem trägt der Stiefelhansel einen großen schwarzen Lederstiefel, gefüllt mit Guzele, über der einen Schulter, über die andere Schulter ist das Gschell. Auf am Tuch der Maske sind kleine Glöckchen angebracht. Der freundliche Stiefelhansel in seinem blau-gelb gestreiften Häs bereichert die Unadinger Narrenwelt. Seit 1972 gibt es sogar ein eigenes Stiefellied, ein Gedicht von Hugo Ketterer, welches vertont wurde. Bei den Bunten Abenden eröffnen die Stiefelhansel (darunter stecken die Damen von Unadingen) mit ihrem Stiefeltanz die Veranstaltungen. Die Chefin der Stiefelhansel ist Carola Kaltenbrunn.
    Die freundliche Figur des Unadinger Stiefelhansel ist mit seinen gefüllten Stiefeln bei jedem Umzug ein gern gesehener Gast.
    Die freundliche Figur des Unadinger Stiefelhansel ist mit seinen gefüllten Stiefeln bei jedem Umzug ein gern gesehener Gast.
  • Umzug und Party: Gleich 25 Narrenvereine und Gruppen haben sich zum großen Umzug angemeldet, der am Samstag, 13. Januar, um 15.33 Uhr starten wird an der Weißkreuzstraße. Der Umzug führt durch den Ort und endet am Rathaus. Hier auf dem Vorplatz und in der Bürgerhalle mit DJ Borni und in Partyzelt wird ordentlich gefeiert. Auch an der Umzugsstrecke wird es einige Besenwirtschaften geben.

 

Narrenverein

Die Unadinger Fasnet ist nicht nur alt, das erste Narrenbuch gab es bereits 1925, sondern hat auch einige ungewöhnliche Akzente zu bieten. Hierzu zählt der große Umzug am Fasnetzischtig mit den imposanten Fastnachtswagen, der meist von mehreren hundert Zuschauern bestaunt wird. 1931 wurde der Narrenverein gegründet, doch schon 1929 der erste Narrenbaum gestellt. Seit 1959 gibt es die Brunnenfigur Tante Melanie. Zum Narrenverein gehören der Elferrat, die Stiefelgarde, Urhexen, Stiefelhansel und Wolfgalgenhexen. Seit 1994 wird jedes Jahr an Fasnet eine Narrenzeitung herausgeben. Die Narrenredaktion sammelt das ganze Jahr Beiträge. Verkauft wird die Narrenzeitung am Fanetfritig. (pb)