Den Weg frei gemacht für die Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage auf der Gemarkung des Löffinger Ortsteils Unadingen hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans „Solarpark Löffingen“. Mit dem Planwerk, dessen Eckpunkte Planer Ulrich Ruppel skizzierte, soll ein Sondergebiet für Solarenergie ausgewiesen und die Voraussetzungen für die Ansiedlung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage geschaffen werden. Bürgermeister Tobias Link bezeichnete das Vorhaben als einen Beitrag zum Klimaschutz auf kommunaler Ebene.

  • Das Projekt: Ein Energieversorgungsunternehmen – dabei handelt es sich offenbar um Energiedienst – beabsichtigt, die Photovoltaik-Freiflächenanlage zu realisieren und die weitere Projektentwicklung zu übernehmen. Geplant ist eine freistehende Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von drei bis vier Megawatt. Voraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens ist eine Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dessen neueste Fassung am 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Voruntersuchungen des Projektträgers hätten, so Ulrich Ruppel, gezeigt, dass die EEG-Vorgaben sowie technische Standortkriterien wie Verschattungsfreiheit, Topographie, nahegelegener Netzverknüpfungspunkt und bestehende Wirtschaftswege für die Erschließung der Fläche gegeben seien. Die Planungskosten, darunter Bebauungsplan und Umweltbericht, übernimmt der Projektträger, der Stadt Löffingen entstehen keine Kosten. Die Stadtwerke Löffingen seien in dieses Photovoltaik-Projekt nicht eingebunden, antwortete Ulrich Ruppel auf eine Frage von Manfred Lauble (CDU).
  • Der Standort: Das Gebiet, auf dem der Solarpark entstehen soll, hat eine Größe von rund 59100 Quadratmetern und liegt südlich der Bundesstraße B31 und der Bahnlinie auf der Gemarkung Unadingen. Eine Blendwirkung in Richtung Bundesstraße sei auszuschließen, das Areal sei nicht einsehbar und liege aufgrund der Geländetopographie beinahe versteckt, erklärte Ulrich Ruppel auf Nachfrage des FDP/FW-Fraktionsvorsitzenden Werner Adrion.
  • Der Bebauungsplan: Um Planungssicherheit zu schaffen, sind ein Bebauungsplan und eine punktuelle Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Die Eigentümer der im Geltungsbereich liegenden landwirtschaftlich genutzten Grundstücke haben sich laut Planer Ruppel und Bürgermeister Link grundsätzlich mit der Aufstellung des Bebauungsplans und der künftigen Nutzung als Fläche für Photovoltaik einverstanden erklärt.
  • Die Terminplanung: Das Energieversorgungsunternehmen hat vor, an einer EEG-Ausschreibung im Dezember dieses Jahres oder im Februar nächsten Jahres teilzunehmen. Erst wenn das Projekt einen EEG-Zuschlag erhält, soll das jetzt mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan eingeleitete Bauleitverfahren weitergeführt werden und idealerweise bis Ende 2017 abgeschlossen sein, erläuterte Planungsingenieur Ruppel auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Georg Meyer. Bau und Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage könnten dann im Frühjahr/Sommer 2018 erfolgen.

EEG-Ausschreibung

Die neueste Fassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) tritt zum 1. Januar 2017 in Kraft und bringt unter anderem folgende Neuerung mit sich: Die Förderhöhe für Erneuerbare-Energien-Anlagen soll über Ausschreibungen festgelegt werden. Im Bereich der Photovoltaik sind insgesamt 600 Megawatt in drei Ausschreibungsrunden mit je 200 Megawatt vorgesehen. Was die Teilnahmebedingungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wie die in Unadingen projektierte Anlage anbelangt, hat sich die Flächenkulisse dahingehend erweitert, dass grundsätzlich auch Freiflächenanlagen auf Seitenrandstreifen mit einer Tiefe von 110 Metern entlang von Autobahnen und Schienenwegen an der Ausschreibung teilnehmen können. Auf Gemarkung Löffingen kommen dafür Flächen entlang der Bahnlinie zwischen Friedenweiler und Unadingen in Frage. (tom)