Springerle, das Weihnachtsgebäck mit Füßchen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Beim Löffinger Nikolausmarkt am Samstag, 23. November, gibt es diese Spezialität beim Fanfarenzug und beim Förderverein der Weiler Kapelle. Nun werden auch die Landfrauen Springerle anbieten.

  • Springerle-Seminar: „Springerle zu backen ist nicht einfach. Mal sind sie zu hart, mal zu weich, mal fehlt das Füßle“, sagt die Vorsitzende der Landfrauen, Edeltraud Trenkle. Daher lud der 51-jährige Bäcker Hermann Nägele die Landfrauen zum Springerle-Seminar an seinen Arbeitsplatz, die Bäckerei Schmid, nach Bräunlingen ein. Joachim und Silvia Schmid, die auch in Löffingen mit einer Filiale vertreten sind, haben immer ein offenes Ohr für die Vereine. So durften die Landfrauen das gesamte Equipment des Bäckers benutzen. „Den Teig in der großen Maschine zu machen und diesen dann durch die Ausrollmaschine zu lassen, war schon sehr hilfreich“, so die Vorsitzende. Die drei Löffinger Landfrauen Edeltraud Trenkle, Luzia und Cordula Nägele (Schwester und Ehefrau des Bäckers), hatten das Privileg, mit dabei zu sein. „Eigentlich hätten schon mehr Frauen mitwollen“, so die Vorsitzende, doch für den Bäcker galt die Devise „meh Wieber hond do kon Platz“. Aus 50 Kilogramm Teig wurden Springerle in gleich zwei Größen gebacken, normale und große Löffinger Springerle.
  • Springerle Model-Rolle: Für die kleinen Springerle hat Bäcker Nägele seine aus dem Jahr 1870 stammende Model-Rolle im Einsatz. Die Familienrolle zeigt verschieden Reliefs, die in den Teig eingerollt werden. „Mit dem Rädchen voneinander getrennt, werden die Springerle auf das leicht gefettete Backblech gelegt um zu trocken“, erklärt Hermann Nägele.
Die Vorsitzende der Löffinger Landfrauen, Edeltraud Trenkle, und Schriftführerin Luzia Nägele beim Ausrädeln der kleinen Springerle.
Die Vorsitzende der Löffinger Landfrauen, Edeltraud Trenkle, und Schriftführerin Luzia Nägele beim Ausrädeln der kleinen Springerle. | Bild: Silvia Bächle
  • Löffinger Springerle: Anlässlich der 1200-Jahr-Feier wollten sich auch die Landfrauen einbringen und so entstand mit Hilfe von Hermann Nägele das Löffinger Springerle. Auf dem Anisgebäck in Postkartengröße ist das Löffinger Wappen zu sehen. Hierzu hat der Bäcker ein Löffinger Model geschnitzt. „Normalerweise wird Buchenholz verwendet, ich habe mich für das besser zu schnitzende Lindenholz entschieden“, sagt Nägele. Das Schwierigste war, alles spiegelverkehrt zu schnitzen, die Zahl 819, das Löffinger Stadtwappen und der Schriftzug Löffingen.
  • Tipps vom Profi: „Wie dick der Teig ausgerollt wird, hängt vom Model ab, je tiefer und größer ausgeschnitzt, je dicker der Teig“, weiß Hermann Nägele. Normalerweise kann der Teig sechs bis sieben Millimeter dick ausgerollt werden. Das Wichtigste sei das Trocknen der Springerle, etwa 24 Stunden, bis „sie eine leichte Kruste“ haben. In dieser Zeit bekommen die Springerle auch ihre typischen Füßchen. Die früheren Naturkeller waren ideal auch zum Aufbewahren. Da diese heute fehlen, empfiehlt der Experte, die Springerle mit einem Apfelschnitz in eine Dose zulegen. „Sollte das Weihnachtsgebäck doch zu hart sein, einfach ä Eck abbieße und inni blose“, schmunzelt Hermann Nägele.