Stolz können die ersten Gewässerführer entlang der Wutach und der Quellregion Donau nach einer siebenmonatigen Ausbildung sein: Die Absolventen konnten jetzt ihr Zertifikat vor der Burgmühle, ein Wanderzentrum in der Gauchachschlucht, in Empfang nehmen.

  • Ausbildung zum Gewässerführer: 120 Stunden Praxis und Theorie liegen hinter den 24 Absolventen, die erstmals in der Region diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Die Ausbildung wurde von der Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung (WBW) auf Initiative der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Schwarzwald-Baar und Waldshut sowie dem Regierungspräsidium Freiburg veranstaltet. „Die praxisorientierte Ausbildung umfasste unterschiedliche Themenfelder wie beispielsweise der Lebensraum an Seen den Flüssen mit den Fließgewässern, Gewässernutzungen, Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, Hochwasservorsorge, Wasserrecht oder auch die Gewässerentwicklung und Gewässererhaltung“, informierte Geschäftsführer Harald Miksch bei der Verleihung der Zertifikate. Lehrreich seien auch die Exkursionen an der Wutach und der Donau sowie die Besuche der Wasserwerke, Kläranlagen oder Hochwasserrückhaltebecken gewesen, so die Organisatorin Christina Wild, die von den Teilnehmern noch ein „Wutach-Brett“ als Dank entgegen nehmen konnte.
  • Ehrenamtlich sich einsetzen: Die 24 Absolventen hatten nicht nur ihre Freizeit (Freitag bis Sonntag) für die Ausbildung geopfert, sie arbeiten auch ehrenamtlich zum Schutze der Lebensader Gewässer. Die 24 Gewässerführer stehen nun in den Startlöchern entlang der Wutach und der Quellregion Donau ihr Fachwissen weiterzugeben. „Informationen, Schutz und Sensibilisieren“, stehen dahinter, wie Michael Koch vom Regierungspräsidium informierte. „Das Flusssystem ist Lebensraum für Mensch und Tier“, so Koch, der bei der Prüfung einen großen Amethyst entdeckt hatte.
  • Naturschutz geht alle an: „Diese Ausbildung ist ein weiterer gemeinsamer kreisübergreifender Schritt, die einmalige Naturschutzregion Wutachschlucht, aber auch die Quellregion Donau für die Zukunft zu erhalten“, unterstrich Löffingens Ehrenbürger Norbert Brugger, der im Namen des Kreistags die Aktion im Ehrenamt unterstützt. Bei der Ausbildung war auch Wutachranger Martin Schwenninger mit dabei, ebenso Klaus Steegmüller, der im Regierungspräsidium verantwortlich für Gewässerökologie und Oberflächengewässer ist.
  • Führungen: Die neuen Gewässerführer haben nun alles im Gepäck, um Führungen von Kindern, Schülern, Jugendlichen und Erwachsen anzubieten. Neben dem reichlichen Wissen gehörten auch Methoden der Umweltpädagogik zur Ausbildung. „Damit kann man die Gewässer in einem völlig neuen Licht sehen und der Natur den notwendigen Schutz bieten“, so Norbert Brugger. Angeboten wird eine große Bandbreite an Themen vom Erforschen der Wasserlebewesen bis zur historischen Gewässernutzung. Die Wutach, Gauchach und die Donauquellenregion können hier mit einer Vielzahl von Möglichkeiten aufwarten.

Gewässerführer

Seit 2003 werden in Baden-Württemberg die Gewässerführer ausgebildet. Derzeit sind mehr als 100 ausgebildete Gewässerführer an zehn Standorten unterwegs, um ihr Wissen weiter zu geben. Die Führungen variieren je nach regionalen Gegebenheiten vom Quellenerlebnispfad bis zu Wasser-Rallyes.

Informationen im Internet: www.gewässerführer.de