Das Projekt Breisgau-S-Bahn mit der Elektrifizierung der Höllentalbahn war ehrgeizig und kostspielig. Trotzdem läuft es nicht optimal, sondern ist mit größeren Problemen verbunden. Ein Thema, welches Bürgermeister Josef Matt beim Neujahrsempfang mit seinen Gästen diskutierte. So stellte man zunächst den Imagefilm „ Die starke Schiene“ vor. Selbst Karl Bolli von DB Netze musste zugeben: „Die Performance ist noch nicht zufriedenstellend“, was den Fahrzeugen geschuldet sei. Der angestrebte enge Takt sei bei den 118 eingleisigen und nur 16 zweigleisigen Schienenkilometer doch schwieriger als gedacht. Das Flügelkonzept benötige in den Bahnhöfen Titisee und Gottenheim zu viel Zeit. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass die notwendige Stabilität in den Fahrplan kommt“, sagte Bolli. Er berichtete auch über verschiedene Arbeiten und die Park- und Ride-Situation.

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Die Breisgau-S-Bahn ist eine Sache, doch wie sieht es für die Orte aus, die nicht an der Bahnstrecke liegen? Hier schaltete sich der Geschäftsführer des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) und Kreiskämmerer Thomas Wisser ein. „Ziel muss sein, auch für diese Orte einen Bustakt wie im Zugbereich zu erreichen“, sagte er. Das Land habe sich für eine Verbesserung des Nahverkehrs ausgesprochen, nun gelte es dieses Vorhaben auch umzusetzen. Wisser appellierte an die Bevölkerung, die Kreisräte für diese Thematik noch intensiver zu fordern. Seit Jahren kämpft Dittishausen für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, so müssen die Pendler (Abfahrt 6.05 Uhr in Dittishausen) in Löffingen ein 40-minütige Zwangspause einlegen, bevor es Richtung Freiburg weitergeht. Eva Klebahn aus Friedenweiler sprach sicherlich manchem Besucher und auch den Bürgern, die nicht an der Bahnstrecke liegen, aus der Seele: „Als Mutter von drei Kindern bin ich oft gezwungen, diese von der Schule, Veranstaltungen oder Treffen abzuholen, da es keine Busverbindungen mehr gibt. Dies ist umso schwieriger, da wir keine zwei Autos haben“. Welche Auswirkungen ein unzureichender öffentlicher Nahverkehr hat, verdeutlichten die Aussagen von Alexandra Bayart, Leiterin der Altenpflegeschule Pro Seniore. So hätten manche Internat-Schülerin schon abgesagt, da es für sie keine Möglichkeit gäbe, am Abend nach Freiburg zu Veranstaltungen zu fahren und dann auch wieder zurück zu kommen. Die Forderung von Thomas Wisser könnte Abhilfe schaffen. „Ziel muss sein, zwischen fünf Uhr und 24 Uhr eine regelmäßige Verbindung des öffentlichen Nahverkehrs für Gemeinden zu bieten, die nicht an der Bahnstrecke liegen“, so Wisser.

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