Der Aufschrei im Baarstädtle war groß, als der Discounter Treff – mitten in der Innenstadt gelegen – Ende April seine Türen schloss. Trotz Interventionen seitens der Stadt und des Wirtschaftsverbunds gab es kein Zurück. Besonders die Bewohner der nahegelegenen Seniorenwohnanlage sowie die Anwohner der Innenstadt waren von der Schließung betroffen, da sie nun für ihren Einkauf eine größere Strecke zurücklegen mussten. Auch die Schüler, die zuvor auf ihrem Weg vom Bahnhof zur Schule oft einen Stopp im Discounter eingelegt hatten, waren nicht begeistert.

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So machte sich Bürgermeister Tobias Link sogleich daran, diese Lücke zu schließen. Mit Erfolg: Im Oktober werden Helmut Scholl und sein Sohn Jens in der Unteren Hauptstraße wieder ein Geschäft eröffnen. „Wir sind kein Discounter, sondern selbständige Kaufleute“, sagt Helmut Scholl, die bereits in Donaueschingen, Bad Dürrheim, Unterkirnach und Niedereschach Lebensmittelmärkte betreiben. Sohn Jens ist gelernter Betriebswirt und wird gemeinsam mit dem 52-jährigen Techniker aus dem ehemaligen Treff – früher Gottlieb – ein Geschäft mit neuster Technik und Ausstattung machen.

Noch haben die Handwerker im neuen Lebensmittelgeschäft das Sagen, welche von Jens, dahinter Vater Helmut Scholl ab 1. Oktober im Städte eröffnet wird.
Noch haben die Handwerker im neuen Lebensmittelgeschäft das Sagen, welche von Jens, dahinter Vater Helmut Scholl ab 1. Oktober im Städte eröffnet wird. | Bild: Silvia Bächle

Umbau ist sehr aufwendig

Derzeit werden die Räumlichkeiten noch umgebaut. „Allein die neue Kältetechnik hat uns über 250 Arbeitsstunden beschert“, sagt Jens Scholl. Doch dies sei eine wichtige und zukunftsorientierte Investition, so der 32-Jährige. Die Eröffnung des Marktes ist für den 1. Oktober angesetzt. Für die Umbaumaßnahmen werden Handwerker aus der Region beschäftigt, ebenso das achtköpfige Personal. Auf Regionalität legen die Scholls in ihrem Vollsortiment mit über 9000 Artikeln großen Wert, derzeit arbeiten sie mit 15 Erzeugern aus der Region zusammen.

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Mit der Eröffnung des Marktes wird auch die Zahl der Leerstände reduziert. Trotzdem warten noch einige Räume darauf, wiederentdeckt zu werden. Dafür sind nicht nur mutige Geschäftsleute gefragt, sondern auch die Bevölkerung, wie Alt-Bürgermeister Norbert Brugger immer sagte: „Wer Leben in der Innenstadt möchte, der muss auch im Städtle einkaufen.“