Die Familie von Willy und der jüngst verstorbenen Elisabeth Burger kann mit einer spannenden und vor allem nicht alltäglichen Familiengeschichte aufweisen. Bis heute steht der 90-jährige Seniorchef und Vater von Erzbischof Stephan Burger und Beurons Erzabt Tutilo noch fast täglich an der Werkbank.

  • Generationskonflikte kennt man nicht: Natürlich sei man nicht immer gleicher Meinung, doch Generationskonflikte kennt man im Hause Burger nicht. Täglich arbeitet Seniorchef Willy mit Sohn Udo und Schwiegertochter Andrea, sowie mit den beiden Enkelsöhnen Andreas und Max zusammen. „Wichtig ist, den Jungen nicht nur die eigene Erfahrung mitzugeben, sondern ihnen auch Freiraum für ihre Vorstellungen und Wünsche zu lassen“, sagt Willy Burger, der bald seinen 91. Geburtstag feiern kann. Das verbindende Glied in der Familie ist die Liebe zum Beruf, das handwerkliche Geschick, der Tüftlergeist und nicht zuletzt das Engagement im Ehrenamt und auch der christliche Glaube kommt hier nicht zu kurz.
Mit knapp 91 Jahren steht Willy Burger noch täglich in der Werkstatt.
Mit knapp 91 Jahren steht Willy Burger noch täglich in der Werkstatt. | Bild: Gerold Bächle
  • Veränderungen als Chance: So agil und offen für Neues wie Willy Burger, dessen Markenzeichen sein Blaumann und seine schwarze Baskenmütze ist, sind auch Sohn Udo und die beiden Enkelsöhne. Schon der Opa von Willy, Andreas Burger, der 1896 den Grundstein für die Erfolgsstory legte, hatte das Gespür für Veränderung. Damals wurden in der kleinen Dorfschmiede Pferde beschlagen und landwirtschaftliche Geräte instand gesetzt. Der Vater von Willy, Karl Burger, vergrößerte die Dorfschmiede, um der Arbeit Herr zu werden. Als 1957 Willy Burger den Betrieb übernahm, passte er sich schnell dem Wandel der Zeit an und baute den landwirtschaftlich geprägten Betrieb aus. Die alte Schmiede wurde zur Werkstatt umgebaut und Schmiedemeister Willy setzte sich nochmals auf die Schulbank, um die Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker-Meister und Kfz-Mechanikermeister zu absolvieren. „Man muss schon die Zeichen der Zeit sehen und richtig deuten“, sagt auch Sohn Udo, der zwar noch in die beruflichen Fußstapfen seines Vaters als Landmaschinen-Mechanikermeister trat, sich aber auch dem Autosektor stellte.
  • Meistertitel: Opa Willy legte mit drei Meistertiteln im Handwerk ordentlich vor, doch auch Sohn Udo kann mit drei Meistertitel aufwarten. Der Zeit angepasst absolvierte er den Kfz-Elektriker-Meister und Kfz-Mechanikermeister, später kam noch die Schweissfachman-Ausbildung mit der Zertifizierung der Schlosserei hinzu. Als Udo Burger 1999 das Unternehmen übernahm, wurde der Familienbetrieb um eine Kfz-Werkstatt erweitert. Aus der ehemaligen Werkstatt wurde eine Bauschlosserei und eine Werkstatt für Klein- und Kommunalgeräte. Der 27-jährige Sohn Andreas hat sich für die Sparte der Schlosserei, Landmaschinen und Mechaniker entschieden, während sein Bruder, der 24-jährige Max, die Sparte Kfz anstrebt. Andreas hat seit 2017 bereits seinen Metallbauer-Meister (früher Schlosser) in der Tasche, Max ist derzeit noch auf dem Weg zum Kfz-Mechatroniker.
  • Zukunftsaussichten: Während Opa Willy ab kommenden Jahr kürzer treten möchte, analysieren die beiden Enkel ganz genau ihre Zukunftschancen. Der Fachkräftemangel wird ein Problem sein. Die Autobranche wird sich verändern. „Ich sehe das Elektroautos nicht als Zukunft“, sagt Max. Andreas sieht seine Zukunft bei Neubauten und Instandsetzungen, wobei die Bauschlosserei immer beliebter werde.