Eine Ausstellung, zwei Künstlerinnen, vielfacher Genuss – dies verspricht die Kunstausstellung des Kunstvereins Löffingen. In der Städtischen Galerie treffen Malerei von Anita Krämer-Frei aus Kehl und die textile Kunst der Löffinger Künstlerin Alice Schwörer-Esser aufeinander.

  • Alice Schwörer-Esser: Bekannt ist die Löffingerin als Mitarbeiterin der Städtischen Bücherei. Weniger kennt man sie als Künstlerin, doch dies soll sich nun ändern. Die 55-jährige Mutter dreier Söhne hat ursprünglich Biologie studiert, doch schon als Kind war sie sehr kreativ. Als Jugendliche nähte sie dann ihre Kleider selbst, immer mit dem gewissen Etwas. Auch die Kleidung für ihre drei Jungs waren nicht von der Stange sondern aus Alice Nähstube. "Alte Kleider" werden nicht entsorgt oder zu Putzlappen umfunktioniert, sie finden sich irgendwo in der textilen Kunst von Alice Schwörer-Esser wieder.

Man mag es kaum glauben, was die Autodidaktin für textile Kunstwerke schafft. Dabei kombiniert sie sehr gerne auch mit Papier, Draht, Wolle und Garne, um in einem spielerischen experimentellen Prozess etwas Neues zu schaffen. Oft entstehen die Werke bereits im Kopf, manchmal liegen große Pausen dazwischen. "Für mich ist Stoff etwas Fantastisches, ich sehe dahinter nicht nur das Textil, sondern gehe zurück bis zur Faser", erklärt Alice Esser. Hinter ihrer großen Schaffenskraft steckt sicherlich die künstlerische Arbeit, doch sie sieht in ihrer Kunst auch die Nachhaltigkeit.

Zahlreiche Besucher erwartet der Kunstverein Löffingen auch bei der Gemeinschaftsausstellung von Alice Esser und Anita Frei-Krämer. Hier das Ehepaar Otto und Renate Rosenfelder. Bild: Gerold Bächle
Zahlreiche Besucher erwartet der Kunstverein Löffingen auch bei der Gemeinschaftsausstellung von Alice Esser und Anita Frei-Krämer. Hier das Ehepaar Otto und Renate Rosenfelder. Bild: Gerold Bächle
  • Anita Frei-Krämer: Anita Frei-Krämer kommt aus Kehl und wird mit bildender Kunst den zweiten Kunst-Stil präsentieren. Ihre Arbeit ist sehr vielfältig, sie zeichnet, malt, collagiert, stellt Assemblagen her, Raumgebilde und auch Installationen. Die Werke, welche die 67-jährige Künstlerin nach Löffingen mitbringt, sind Aquarell-Pinselzeichnungen, in welche teilweise collageartig Originalpapiere aus spanischem Prospektmaterial eingefügt wurde. Durch diese Eingriffe wurde die pittoreske Schönheit des Dargestellten verfremdet. "Das führt zu Irritationen und Denkanstößen", so die Künstlerin.

Anita Frei-Krämer studierte visuelle Kommunikation, freie Grafik und Kunst an der FH Bielefeld mit Abschluss Diplom Designerin mit Zusatzstudium soziokulturelle Gemeinwesensarbeit an der Akademie Remscheid. Seit 1977 ist Anita Frei-Krämer freischaffend tätig als bildende Künstlerin, Designerin, Dozentin und Lehrbeauftragte. Im Jahr 2007 wurde die Künstlerin mit drei erwachsenen Kindern für das Kamiyama Artist-in-Residence Stipendium, Tokushima, Japan nominiert.

  • Musikgestaltung: Kein Unbekannter in der Kunstszene ist auch Günter Frei aus Kehl. Der Ehemann von Anita Frei-Krämer ist in der Mittelalterszene als Gauckler, Feuerjongleur, Dudelsackpfeifer und Märchenerzähler unterwegs. In Löffingen hat der Musiker eine Stahlschlitztrommel dabei. Auf der sogenannten Hapi werden Klänge erzeugt, die die unterschiedlichen Stimmungen und Wertigkeiten beider Künstlerinnen unterstreichen. Obwohl sie aus Metall ist, erzeugt die Hapi-Drum einen wunderbaren weichen, glockige und meditative Klang.
Mit Bildender Kunst wird Anita Frei-Krämer aus Kehl die Ausstellung ergänzen.Bild: privat
Mit Bildender Kunst wird Anita Frei-Krämer aus Kehl die Ausstellung ergänzen.Bild: privat