Die Reliquien des Katakombenheiligen Demetrius in der Löffinger Kirche, die Statue eines römischen Soldaten auf der Säule des Brunnens im Städtle und auch der Straßenname gehören zum Städtle: Auf den Spuren dieses Stadtpatrons wandelte Heimatforscher Werner Waßmer in einem gut besuchten Vortrag im Rahmen der 1200-Jahr-Feier der Stadt Löffingen.

  • Demetrius-Schrein: "In der katholischen Pfarrkirche St. Michael ruht im Josefsaltar der Katakombenheilige Demetrius", erklärte Waßmer. Der Körper ist eingehüllt im prächtigen Brokatgewand, sein Gesicht eine Maske, Arme und Beine aus Holz mit Gewebe überzogen und Hände wahrscheinlich aus Keramik. Diese Darstellung wurde erst 1912 unter Pfarrer Müller so vorgenommen. Wahrscheinlich waren die Gebeine wie damals üblich zuvor sichtbar, typisch für die Barockzeit.
In der Figur eines römischen Soldaten thront Demetrius auf dem Demetriusbrunnen, den Blick direkt aufs Rathaus gerichtet.
In der Figur eines römischen Soldaten thront Demetrius auf dem Demetriusbrunnen, den Blick direkt aufs Rathaus gerichtet. | Bild: Silvia Bächle
  • Gebeine nach Löffingen: 1701 wollte Stadtpfarrer Markus Bosch nach dem Kirchenneubau das Gotteshaus auch mit einer repräsentativen Reliquie ausstatten. 1715 kam die Nachricht aus Rom, man könnte die Gebeine und Blut des heiligen Märtyrers Demetrius bekommen. So schickte Bosch den in der Neunburg lebenden Eremiten Georg Beck nach Rom. Am 21. November 1725 traf Eremit Beck nach 1000 Kilometer Wegstrecke in Löffingen ein. Erst zwei Jahre später, am 23. Oktober 1727, wurde der Katakombenheilige Demetrius feierlich in die Kirche eingebracht (Translation), wahrscheinlich verbunden mit einer Prozession durch den Ort und anschließendem Volksfest. Der Heilige wurde unter dem Chorbogen, dem extra geschaffenen Demetriusaltar, eingebracht. Pfarrer Bosch erklärte Demetrius kurzerhand zum Kirchen-, Stadt-, und Landespatron der Grafschaft Fürstenberg.
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  • Demetrius verliert Bedeutung: Der Ansturm der Gläubigen war anfangs sehr groß, bis zu 4000 kamen zum Gedenktag des heiligen Demetrius. Doch innerhalb weniger Jahrzehnte verlor Demetrius seine Anziehungskraft auch durch die Wallfahrtskirche Witterschnee. Bis 1901 feierte man in Löffingen den Jahrestag des Stadt- und Kirchenpatrons Demetrius. Danach wurde das Fest mit dem Patroziniumsfest der Witterschneekirche zusammengelegt, ab 1909 ist der Jahrestag verschwunden.
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  • Demetriusbrunnen: 1912 richtete die Stadt in Löffingen zu Ehren des heiligen Demetrius auf dem unteren Rathausplatz einen Brunnen mit der Statue des Katakombenheiligen in Form eines römischen Soldaten ein. Zuvor stand in der Nähe ein alter Trogbrunnen, der im Zuge der Überdachung des Stettbachkanals abgetragen und durch den neuen Demetriusbrunnen ersetzt wurde. Am 23. Oktober 1912 wurde der Brunnen aufgestellt, am 17. Dezember 1912 eingeweiht. Kosten 3772 Mark, 10,70 Mark für den Bahntransport der Brunnenfigur, 13 Mark für die Beifuhr von Bier. "Die Gemeinde hat sich mit diesem schönen Brunnen ein bleibendes und ehrendes Andenken gesetzt", heißt es damals in der Presse.
  • Durch Bomben zerstört: "Am 25. April 1945 wurde der Brunnen durch Bomben zerstört und die ganze Überdeckung des Stettbachs aufgerissen", so Waßmer. Im tiefen Krater stand die Demetriusfigur unbeschädigt. 1954 wurde ein neuer Brunnen eingeweiht mit der Demetriusfigur. 2014 musste der Brunnen renoviert werden. Dies nahm Malermeister Karl Sibold zum Anlass, die Figur neu zu streichen und den Helm, Lanze und Schild zu vergolden.