Das Löffinger Fasnetschauspiel aus der Feder von Matthias Wieder am Abend des Schmotzigen Dunschdig lockte wieder viele Zuschauer: Seit der Gründung des Vereins der Löffinger Laternenbrüder gibt es auch den Hemdglunkerumzug. 1930 wurden sogar zwei Riesen-Glonki angeschafft, welche dem Umzug vorausgehen. Ein Hemdglunker hat sich in ein weißes Nachthemd anzuziehen, am besten noch eine weiße Zipfelmütze und eine Laterne in der Hand. Während vielerorts dieser Umzug noch von vielen weißen Glonkis geprägt ist, nahm er in Löffingen immer mehr ab. Grund ist sicherlich die Straßenfasnet mit den vielen kleinen Gruppierungen, die von Ort zu Ort ziehen und die Narrenwelt mit ihrer Kreativität erfreuen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass diese Narren eben am Hemdglunkerumzug fehlen.

Um frischen Wind in den Umzug zu bringen, hatte Fasnetforscher und Laternenbruder Matthias Wider vor über zehn Jahren die Idee, ein Narrenschauspiel voranzustellen. Diese Schauspiele sind nicht neu und gehen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Sie waren weder Komödie noch Lustspiel, sondern eine Darstellung mit den drei Hauptfiguren Tod, Teufel und Narr. Auch das von Matthias Wider geschriebene Stück thematisiert die „innere Wandlung hin zum Narr“.

Dies geschieht unter Mitwirkung der verschiedenen Löffinger Fasnetgruppen, wobei auch der Sensemann mit eingebunden ist. "Viele Jahre habe ich studiert und suche nun der Weisheit letzten Schluss", erklärt der "Gstudierte" (Mathias Wider) dem Sensenmann beim Schauspiel. Nach und nach kommen die Löffinger Fasnetfiguren Hansili, Reichburgmali, Hexe, Narrenpolizei, Burgkeiler bis hin zum Laternenbruder, welche den Gstudierten überzeugen, ein Narr zu werden. Jede Figur bringt dem Gescheiten ein Utensil für den Hemdglunker mit, vom Nachthemd bis hin zum Mehl für das weiße Gesicht und natürlich darf auch die Laterne nicht fehlen. "Diese fastnachtlichen Impulse haben gerade in der heutigen Zeit für die zahlreichen Bürger mit Migrationshintergrund eine große Bedeutung. Denn jeder Narr und Hästräger zeigt, dass hinter jeder Maske ein Mensch steckt", erklärt Matthias Wider.