Noch kurz vor Schuljahresbeginn waren Rektorin Silke Keller und Konrektorin Sibylle Streibel vom Löffinger Schulverbund sehr zuversichtlich, alle offenen Lehrerstellen besetzt zu bekommen. Doch nun sprang eine Lehrkraft kurzfristig ab, was für das Rektoren-Duo bedeutet, einen neuen Stundenplan zu erstellen. Die Lehrkraft hätte weiblichen Sport und naturwissenschaftliche Fächer unterrichten sollen. „Das Problem ist eindeutige der weibliche Sport“, so Silke Keller. „Wir haben nur noch eine Lehrkraft für alle Schülerinnen“. Um die naturwissenschaftlichen Fächer nicht zu kürzen, habe man, so Konrektorin Streibl, vor allem den weiblichen Sportbereich, Musik und Bildende Kunst kürzen müssen. Der Sportunterricht für Schülerinnen ist dabei am meisten betroffen. „Wir hatten uns gewünscht, dass wir ab der fünften Klasse den Sportunterricht nach Geschlechter trennen“, sagte Rektorin Keller. Leider sei dies durch die Absage der Lehrkraft nun nicht mehr möglich.

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Damit die Schülerinnen überhaupt noch Sport haben, wird nun in der 5., 6. und 7. Klasse im Klassenverbund Sportunterricht geboten. Die Achtklässlerinnen haben nur noch jede zweite Woche Sport. Die Neuntklässlerinnen beider Schulklassen bilden nun im Sport eine Einheit, lediglich die Zehntklässlerinnen – da es in diesem Jahr keine Werkrealschule gibt – sind hiervon nicht betroffen. Ebenfalls neu ist der schulübergreifende Unterricht der Neunt- und Zehntklässler im Fach Ethik.

Die Problematik der Lehrerversorgung sehen Silke Keller und Sibylle Streibel in erster Linie im Lehrermangel selbst. In zweiter Linie sind die Schulen im Hochschwarzwald bei den Lehrern nicht beliebt. „Obwohl wir große Unterstützung vom Schulamt bekommen, möchten viele Freiburger Lehrer nicht nach Löffingen„, so Silke Keller. Der Grund sei wohl die längere Anfahrt, kommentiert Sibylle Streibel. Ein weiteres Problem sieht das Rektoren-Duo in den befristeten Arbeitsverträgen. Am Schulverbund sind einige Lehrerinnen in Mutterschutz. Diese Stellen werden durch die befristeten Arbeitsverhältnisse besetzt. Die wiederum können sehr kurzfristig gekündigt oder eben nicht angetreten werden.