Ärztemangel und Pflegenotstand sind Realität vor allem im ländlichen Raum. Die gesundheitliche Vorsorge in Löffingen und dem gesamten Hochschwarzwald ist alles andere als gut, die Region ist als „akutes Ärztemangel-Gebiet“ ausgewiesen. Sozialministerin Katrin Altpeter, sie war auf Einladung des SPD-Landtagskandidaten Walter Krögner nach Löffingen in die Seniorenwohnanlage gekommen, sprach von einer Ärzteversorgung von 110 Prozent. Allerdings sei dies vor allem der hohen Ärztezahl in der Stadt Freiburg und nicht der im ländlichen Raum geschuldet. Die jungen Ärzte wollten vor allem angepasste Bedingungen, angefangen von einer entsprechenden Infrastruktur bis hin zur Kinderbetreuung. Bürgermeister Tobias Link sieht nicht nur hier die Problematik, sondern vor allem auch, dass jungen Ärzten große Steine für eine Praxiseröffnung in den Weg gelegt würden. Nicht der gesamte Kreis dürfe hier von der Kassenärztlichen Vereinigung – sie entscheidet über eine Praxiseröffnung – in einen Topf geworfen werden. Auch forderte Link mehr Studienplätze für Medizin zu schaffen.

Dem konnte Altpeter nur zustimmen. Sie selbst, als Altenpflegerin mit der Thematik gut vertraut, fordert außerdem den Numerus clausus zu senken. Kreisrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Seniorenwohnanlage Norbert Brugger erboste sich über anscheinend ausreichende Ärzteschaft. Gerade Eisenbach mit den vielen Firmen habe nur einen einzigen Arzt vor Ort und ein Nachfolger sei nicht in Sicht. Konstantin Sell aus Lenzkirch ergänzte dies auch auf weitere Orte wie Grafenhausen. Martin Satler, Leiter des Löffinger Altenpflegeheims, thematisierte nicht nur den Ärztemangel, der sich auf die Minimal-Besuche im Heim auswirkt, sondern auch den Pflegenotstand.

„Männer sind in der Pflege kaum zu finden.“ Achim Gauger, Pflegedienstleiter der Sozialstation Hochschwarzwald, sprach sogar von einem Gesundheitskollaps, der bevorstehe. Die Arbeit heute hätte sich gravierend vermehrt. „Tätigkeiten, die früher die Ärzte gemacht haben, muss heute die Sozialstation leisten“, erklärt Gauger. Dazu komme die schlechte Bezahlung der ambulanten Pflegekräfte und auch die geringe Wertschätzung. Auch Martin Satler bestätigte, dass die jungen Menschen schon an den Schulen abgeworben werden. Das Förderprogramm für junge Ärzte von 30 000 Euro bei der Niederlassung sieht Bürgermeisterstellvertreter Dieter Köpfler als zu geringen Anreiz, um von der Stadt aufs Land zu wechseln.