Mit dem Öschabend am Samstag beginnt auch die Ösch-Fasnet in der Region Löffingen. Hier treffen die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) und Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV) nicht nur aufeinander, sondern Löffingen ist auch Gründungsmitglied der VSAN und Dittishausen der SNV, wobei aus Dittishausen der langjährige Präsident Paul Hasenfratz stammt.

  • Löffingen: Der Blick in die Löffinger Fastnachtsgeschichte zeigt in Löffingen einige Besonderheiten wie die weibliche Narrenpolizei oder auch die 20-er. Um die Fastnachtskultur auch für die Zukunft zu erhalten, geht man in Löffingen neue Wege mit dem Fastnachtsunterricht, dem Fasnetschauspiel am Schmotzige Dunschdig oder der Schülerbefreiung, die ebenfalls vor einem „fastnächtlichen Gericht“ endet. Traditionell gehört die in der Region einzigartige Walpurgisnacht am Fastnachtmontag für Jung und Alt dazu.
  • Dittishausen: Die Dittishauser Fasnetfiguren wie auch der weit über die Grenzen hinaus bekannte Fuhrmannstag spiegeln die örtliche Geschichte wieder. Zu früheren Zeiten kündigten die Fuhrmänner schon von weitem ihr Kommen mit dem Klöpfen an. In Dittishausen selbst gab es am Sonntag immer ein Wettklöpfen zwischen dem Unter- und Oberdorf. Leider ist das Klöpfen in der Zwischenzeit nicht mehr so populär, deshalb wird es erstmals in diesem Jahr beim Fuhrmannstag am Sonntag, 19.
    Februar, nicht das Wett- sondern nur ein Gaudiklöpfen geben.
  • Unadingen: Die Unadinger werden gerne auch als „Märtstiefel“ bezeichnet, ihre Leidenschaft zeigt sich auch im Narrenverein und den Unadinger Hansili. Unadingen ist der einzige Ort, der am Fastnachts-Dienstag-Umzug mit imposanten Mottowagen sein Fastnachtsmotto umsetzt. Jeder Elferrat stellt mit seiner Gruppe einen solchen Wagen in mühevoller Arbeit her oder zeigt seine Kreativität als Fußgruppe. Ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal ist die Stiefelgarde, die 1972 Narrenvater Fritz Müller ins Leben rief und der Hexenumzug am Fasnetmontag zur Brunnenfigur „Tante Melanie“.
  • Reiselfingen: „Gori, Gori, Rieselfinger, Gori“, heißt der ureigene Gori-Narrenmarsch, der 1993 von Gottfried Hummel komponiert und von Paul Kaltenbrunn getextet wurde. Die Goris, am Aschermittwoch 1992 durch den damaligen Narrenvater Michael Frei als Idee geboren, gehören heute mit ihrem klingenden Gori-Häs zu den imposanten Gruppen der Region. In der Zwischenzeit haben sie Nachwuchs durch die Münzlochgeister bekommen, ein krasses Gegenstück im Häs.
  • Bachheim: Die Bacheimer Fasnetfiguren sind Zeugnisse der Wutachschlucht und der Erzählung von Viktor von Scheffel „Juniperius“. Hier geht es um den Kampf auf dem Mühlensteig bei der Burgmühle an der Gauchach im Jahr 1188 zwischen dem Landvogt aus Almendshofen und den Burgmüllern.
    Das Besondere und vor allem weit über die Heimatgrenzen hinaus bekannte Ereignis der Bachheimer Narren liegt nicht in der Fastnachtszeit, sondern eher in den Sommermonaten. Es sind die bekannten Pfingstwandertage.
  • Göschweiler: Zwar haben die Göschweiler keine Narrenzunft, doch Fastnacht gehört auch hier zum Kulturgut. Erst jüngst luden die Hansili zum ersten Ösch-Hansili-Treffen ein. Zu den Fasnetgruppen gehören auch die Dolinen- und die Großwald-Hexen. Das Besondere in Göschweiler ist zum einen der etwas andere Fasnetfunken und das „närrisch-musikalische Strählen“ der Jungmusiker. Der Fasnetfunken wird nicht als Haufen, sondern innerhalb von drei großen Stangen aufgeschichtet. Angezündet wird allerdings zuerst der Vorfunken, den es auch sonst nirgends im Ösch gibt.
  • Seppenhofen: In Seppenhofen sind an Fasnet die Schnecken unterwegs, keinenfalls lahm, sondern sehr aktiv. Am Schmotzige Dunschdig weiten sie ihren Radius nach der örtlichen Fasnacht aus, sogar bis nach Löffingen. Hinter den Schnecken, es gibt auch hier keinen Verein, stecken närrische Bürger, die Landfrauen und die Feuerwehr mit dem Bunten Abend, welche das Brauchtum hochhalten. Auch zwei bis drei Schnecken-Hansili gehören hier dazu mit ihrem farbenprächtigen Gewand.

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