Die Kirche hatte früher sicherlich noch einen größeren Stellenwert, die Volksfrömmigkeit gehörte zum Leben dazu. Dies zeigt sich bei der Kirchenausstellung in Reiselfingen. Hier hatten Christel Vogt, Andrea Lauble, Gaby Müller und Clemens Knöbel zahlreiche kirchliche- und Glaubensgegenstände zusammengetragen um sie dem Publikum zu präsentieren. Vor allem von der langjährigen Organistin Irma Linsin ist das handgeschriebene Notenbuch ein echter Blickfang. Susanne Foucault hatte in ihrem Speicher diesen Fund aus dem Jahr 1847 entdeckt und zur Verfügung gestellt. Viele Zeugnisse des christlichen Lebens sind in den beiden Ausstellungsräumen untergebracht. Leihgaben von Bürgern und aus dem Schneekreuz. Vom historischen Beichtstuhl über Rosenkränze, Kommunion- und Sterbebildchen, Taufkleider, Kerzenschmuck bis hin zum alten Altar und zu Priestergewändern reicht das Spektrum.

Der Kirchenschweizer oder Stecklevogt sorgte früher für Ordnung in der Kirche. Heute gibt es im Erzbistum nur noch drei Kirchenschweizer ihrer Art.<sup></sup>Bilder: Gerold Bächle
Der Kirchenschweizer oder Stecklevogt sorgte früher für Ordnung in der Kirche. Heute gibt es im Erzbistum nur noch drei Kirchenschweizer ihrer Art.Bilder: Gerold Bächle

Auch die beiden Kirchenführungen ließen manchen Besucher staunen. 1275 wird eine Kirche zu Reiselfingen erstmals erwähnt. 1775 wird die heutige Kirche im Renaissancestil eingeweiht, danach vergrößert und immer wieder renoviert. Sie birgt manche interessante Geschichte, angefangen von der Deckenmalerei bis hin zu den vier Glocken, der Orgel aus dem Jahr 1866 und der Turmuhr, die 1966 auf eine elektronische Uhrwerksteuerung umgestellt wurde.

Anlässlich des Patroziniums hat das engagierte Team um Christel Vogt, Clemens Knöbel, Elli Fuß, Heike Fuß, Roswitha Glunk, Pia Kaltenbrunn und Martin Weber ein Faltblatt erstellt. Hier ist auch die Geschichte des "rückwärtsfliegenden Engels" vermerkt. Die "unförmigen Bilder" des Hofmalers Franz Josef Weiß hatten 1771 sogar für hitzige Diskussionen geführt. Am Ende entschied der Landesvater Fürst Josef Wenzel zu Gunsten des Hofmalers. Eine Zusammenfassung der Kirchengeschichte steht auf einer großen Tafel an der Kirchenaußenmauer.