Eine herbe Niederlage musste Stadtrat Rudolf Gwinner (FDP(FW) jüngst in einer Sitzung des Gemeinderats einstecken. Sein Antrag, eine zur kürzlich vom Rathausplatz entfernten Siegessäule gehörende Tafel, auf der die Löffinger Männer, die als Soldaten am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teilgenommen hatten, an der Rathausfassade anzubringen, stieß auf keinerlei Unterstützung in den Reihen des Stadtparlaments und wurde mit überwältigender Mehrheit abgeschmettert. Lediglich Gwinner selbst stimmte für seinen Antrag.

Die Stadträte Martin Lauble (CDU), Georg Mayer (SPD) und Andrea Burger (FDP/FW) verwiesen auf einen Gemeinderatsbeschluss, demzufolge für die Siegessäule als Ganzes ein neuer Standort im Zuge der Neugestaltung des Friedhofareals lokalisiert werden soll. Anette Heiler (SPD) betonte, dass die Inschriften-Tafel ein fester Bestandteil der Säule sei.  

nsofern komme aus ihrer Sicht nur ein Erhalt der Säule als Ganzes in Frage, nicht aber das Lostrennen der Tafel. Jens Fischer (SPD) bezeichnete die Siegessäule als gewaltverherrlichend. Ginge es nach ihm, sollte der Gemeinderatsbeschluss über den Erhalt der Säule hinterfragt werden. Die Tafel an der Rathausfassade anbringen zu wollen sei, meinte Fischer, ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Abstimmungsergebnis veranlasste den sichtlich echauffierten Rudolf Gwinner, seine Kolleginnen und Kollegen Stadträte der Geschichtsvergessenheit zu bezichtigen. Ein Vorwurf, den Bürgermeister Tobias Link energisch zurückwies. Nur weil die überwältigende Mehrheit des Gemeinderats seine Meinung nicht teile, könne Gwinner nicht solche Unterstellungen tätigen, wandte sich Link an den historisch bewanderten Heimatforscher.

Zwei Trostpflaster bleiben Rudolf Gwinner immerhin. Seinen Anträgen, für den Gedenkstein zur Erinnerung an das Busunglück vor 70 Jahren in der Nähe des Posthauses bei Unadingen sowie für eine Gedenktafel für die Gefallenen der beiden Weltkriege neue Standorte festzulegen, fand die Zustimmung des Gemeinderats.

Einem Vorschlag von Stadtbaumeister Udo Brugger folgend, wird der Gedenkstein an die Opfer des Busunglücks, der dem Brückenneubau weichen musste, einige Meter entfernt von seinem früheren Platz installiert. Die Gefallenen-Tafel hat ihren neuen Platz in einem Aufenthaltsbereich im ersten Stock des Löffinger Rathauses.