Die geballte kommunalpolitische Kraft des Hochschwarzwalds traf sich am Mittwochabend in der Löffinger Festhalle zur Informationsveranstaltung des Planungsverbands Windenergie. Im Mittelpunkt stand die entscheidende Frage: Geht es mit der Planung mit den zehn Hochschwarzwaldgemeinden weiter oder endet die Planung hier?

  • Neue Flächen: Der neue Windatlas, der den alten Windatlas von 2011 ablöste, hat für den Planungsverband gravierende Auswirkungen, so Planer Ulrich Ruppel. Aus den drei – nach verschiedenen Prüfkriterien – übriggebliebenen windhöfigen Flächen auf der Gemarkung Neustadt (Glasberg, Winterberg und Fehrn) seien nun Flächen in allen Gemeinden dazu gekommen. Lediglich Löffingen ist komplett aus der windhöfigen Flächen herrausgefallen. Dafür sollten bisher ungeprüfte Flächen auf ihre Windhöfigkeit geprüft werden, die nun in neun der zehn Hochschwarzwaldgemeinden liegen, so Umweltprüfer Michael Glaser.
  • Neue Regelungen: Mit dem Wechsel in der Landesregierung gab es neue Regelungen. So der Gesetzesentwurf, deri einen Mindestabstand von 1000 Meter von Windkraftanlagen zu Wohngebieten vorsieht. Als Wohngebiete werden dabei mindestens fünf Wohnungseinheiten bezeichnet, dies ist allerdings noch nicht beschlossen. Allerdings, da sind sich die Experten einig, wird es wohl dazu nicht kommen, da sich dann die verfügbaren Flächen reduzieren würden. Die Landesregierung setze auf saubere Energie, zu der auch Windkraft gehöre, so Ruppel und Glaser. Sollte diese Neuregelung in Kraft treten, kann innerhalb von 18 Monaten ein Bundesland geringere Mindestabstandsflächen gesetzlich festlegen. Unabhängig davon erhalten Kommunen unbefristet die Möglichkeit, geringere Mindestabstände festzulegen
  • Link wirbt für Solidarität: Löffingens Bürgermeister Tobias Links in seiner Funktion als Vorsitzender des Planungsverbands Windenergie Hochschwarzwald appellierte vor allem an Titisee-Neustadt, Solidarität mit den übrigen Hochschwarzwaldgemeinden zu zeigen. Der Gemeinderat Titisee-Neustadt hatte eine Einstellung des Planungsverbands gefordert. Doch nun sei die Ausgangslage verändert (zuvor fühlte man sich benachteiligt). „Wir werden im Gremium nochmals darüber diskutieren und das Ganze überdenken“ versprach die Bürgermeisterin Meike Folkerts. Ihr Stellvertreter Gustl Frey erklärte: „Der Appell ist bei uns angekommen“.
  • Bürgerinitiative: In der Diskussion stellte die Bürgerinitiative Titisee-Neustadt die Forderung, Mut zu zeigen und sich gegen Windkraft zu stellen. „Wir möchten einen windkraftfreien Hochschwarzwald„, unterstrich Sprecher Werner Roos. Während Schluchsees Bürgermeister Jürgen Kaiser keine Erfolgsaussichten dafür sah, sprach sein Löffinger Kollege Link von „Luftschlössern“, die hier gebaut würden.
  • Wie geht es weiter? Die wesentliche Frage des Abends muss nun jeder der zehn Hochschwarzwaldgemeinden selbst entscheiden. Bürgermeister Link brachte es auf den Punkt „die Planung fortführen oder beenden“. Die Vorteile des Fortführens seien vor allem mitsprechen zu können, mit dem Ziel der größtmöglichen Rechtssicherheit gegen Wildwuchs. Bereits jetzt schon gäbe es in Eisenbach Privatinvestoren, welche die neuen Flächen Sommerberg und Kolmen untersuchen ließen. Allerdings bedeutete das Weitermachen auch Untersuchungen neuer Flächen und damit Kosten von ungefähr 300 000 Euro, welche die Gemeinden bezahlen müssen, im Jahr 2020 wäre der Einstieg bei 75 000 Euro. Aufgrund der Fläche lege der Hauptanteil von 19,53 Prozent bei Titisee-Neustadt, gefolgt von Löffingen mit 19,1 Prozent, Schluchsee mit 15,7 Prozent und Lenzkirch mit 12,6 Prozent, alle anderen Gemeinden liegen darunter.