Zwei Tage nach dem Großbrand im interkommunalen Gewerbegebiet Löffingen zeigt sich das Ausmaß des Schadens noch deutlicher. Nach wie vor unklar ist die Ursache, die zu dem verheerenden Feuer führte. Während der Zimmereibetrieb von Rainer Sibold völlig niederbrannte, konnten die Wehren die umliegenden Gebäude vor der Feuerglut schützen. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand, der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen über eine Million Euro.

  • Brandursache unbekannt: Seit Montag sind zwei Kriminaltechniker vor Ort, um die Brandursache zu ermitteln. "Bisher gibt es noch keinerlei Anhaltspunkte", so Zimmermeister Rainer Sibold. Alle Geräte waren laut Sibold abgeschaltet, da aufgrund der Weihnachtsferien nicht gearbeitet wurde. "Die Ermittler haben einen Brandsachverständigen hinzugezogen", informierte Jerry Clark, einer der Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg, auf Anfrage. Ermittelt werde in alle Richtungen, da auch Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden könne.
  • Gefahr für Nachbargebäude: "Als die Feuerwehr eintraf, war ein Flammenmeer mit einer enormen Hitzestrahlung und Rauchentwicklung zu verzeichnen", informierte der stellvertretende Kreisbrandmeister Gotthard Benitz. "Die Gefahr eines Überspringens des Feuers auf angrenzende Gebäude war riesengroß", erklärte Gesamtkommandant Bernd Schwörer. Auch Gotthard Benitz sprach von "einer Spitz auf Knopf stehenden Situation". Gefährdet war vor allem das Anwesen von Oskar Waldvogel. "Zehn Minuten später hätte man das Waldvogelgebäude nicht mehr halten können", sagte Bernd Schwörer. Auch das Übergreifen der Flammen auf die benachbarte Elektrofirma Peter Dufner und das Gebäude der Gas- und Wasserinstallateurin Anette Heiler mussten mit Wasserwänden geschützt werden. Ein Übergreifen der Flammen sei nur durch den schnellen Einsatz der Wehren mit den Drehleitern aus Löffingen und Neustadt verhindert worden. Glücklicherweise konnten die 110 Wehrmänner auch dank einer guten Ausrüstung einen mehreren Millionen Euro umfassenden Schaden verhindern.
Zwei Tage nach dem Brand der Zimmerei Sibold in Löffingen zeigt sich das wahre Ausmaß des Großbrands. Bilder: Gerold Bächle
Zwei Tage nach dem Brand der Zimmerei Sibold in Löffingen zeigt sich das wahre Ausmaß des Großbrands. Bilder: Gerold Bächle
  • Schwierige Wasserversorgung: Große Probleme bereitete die Wasserversorgung am Brandherd. Durch die Schlauchfahrzeuge aus Löffingen und Neustadt wurden Leitungen aus dem Ortskern zum Brandobjekt gelegt. Alleine das Spezial-Feuerwehrfahrzeug aus Neustadt hatte 2000 Meter Schlauch dabei. Problematisch waren auch die Minustemperaturen. Das Löschwasser gefror auf dem Boden.
  • Zimmerei Sibold: Vor dem Aus steht der 50-jährige Zimmermeister Rainer Sibold. 1996 hatte er im interkommunalen Gewerbegebiet eine Halle mit 500 Quadratmeter Fläche errichtet. Zusammen mit seinen vier Mitarbeitern stellte er vor allem auch Teile für das Unternehmen Ökohaus Ibach her. Das Gebäude, Inventar und auch die Fahrzeuge wurden ein Raub der Flammen. "Ich muss nun erst abwarten", sagt Sibold, der nun auf die Kriminaltechniker hofft, dass diese bald die Brandursache ermitteln. Erst nach den Abschlussuntersuchungen kann er mit seinen Mitarbeitern aufräumen und weiter planen, wobei der Sondermüll Probleme bereiten dürfte und nur Spezialunternehmen tätig werden könnten. Ob und wie es mit der Zimmerei weitergeht, ein Familienbetrieb, den schon Vater Fritz aufgebaut hat, ist noch völlig offen. Erfahrungsgemäß dauert es auch länger, bis die Versicherung für den Schaden aufkommt. Verbrannt sind auch Garagen-Dächer, die kurz vor der Auslieferung standen.
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