Ein ganzes Jahr lang feiert Reiselfingen seinen 800. Geburtstag mit einem vielfältigen, interessanten Programm. Nun steht am Wochenende, 8. und 9. September, eine Reise durch die Erd- und Landschaftsgeschichte der Ortschaft an.

  • Kiesgrube erzählt: Die Reiselfinger Kiesgrube ist nicht nur eine wichtige Einnahmequelle der Stadt Löffingen, sondern hat sicher auch eine interessante Geschichte in geologischer Hinsicht zu erzählen. Da wird zum einen Kies abgebaut und auf der anderen Seite die Flächen großzügig rekultiviert. Einmal im Jahr bittet der Schwarzwaldverein in Kooperation mit der Stadt und der Abbaufirma Meichel und Mohr die Bevölkerung, sich bei der Biotoppflege einzubringen.

Diese Flächen sind heute ein Eldorado für die Pflanzen- und Tierwelt. Bei der Exkursion durch die Kiesgrube sind die Rekultivierung, Renaturierung und Wiederaufforstung ein wichtiges Thema. Die Kiesgrube ist aber auch ein Platz, Geologie aktiv zu erleben. So geht es auch darum, verschiedene Gesteine zu erkunden. Nicht weniger spannend wird es sein, alles über den Abbau, Aufbereitung und Verwendung des Kieses zu erfahren.

  • Grenzzeichen: Zusammen mit Heimathistoriker Matthias Wider gilt es, entlang der Gemarkungsgrenzen verschiedene Grenzzeichen entdecken. Von Hecken oder Marksteinen zwischen "Friedhag" und "Hofahnen", bis über die "Höhe" führt der Weg durch die Kulturgeschichte, denn die mittelalterlichen Grenzzeichen haben "magische" Funktionen. Matthias Wider wird hier Aufklärungsarbeit leisten und auch über die Magie der Funktion von Flurumgängen, Bannritten und Flurprozessionen spannendes zu berichten wissen.
  • Perle im Wutachtal: Das ehemalige Bad Boll war die Perle des Wutachtal, so Wider. Mit Herzblut kämpfe er für die Erhaltung der Überbleibsel und der Kapelle an dem einst so mondänen Ort. Man kann es kaum glauben, dass hier die "High Society" Erholung suchte und der Fischreichtum die Engländer nach Bad Boll zog. Heute erinnern nur noch stumme Zeitzeugen an diese wunderbare Zeit. Mit den politischen Spannungen vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Untergang des Kurbads eingeläutet. Nach dem Krieg kehrte zwar immer wieder Leben ein, so als Therapiestützpunkt für Suchtkranke oder auch als gastronomische Anlaufstation für Wanderer. Allerdings endete die Ära Bad Boll, als 1975 das Hauptgebäude niederbrannte.
  • Wann und wohin: Ein ganzes Wochenende widmet sich Reiselfingen im Rahmen der 800-Jahrfeier der Erd- und Landschaftsgeschichte. Am Samstag, 8. September, beginnt die Exkursion mit Matthias Wider, der mit den Gästen von 9.30 Uhr bis 12 Uhr die Reiselfinger Grenzzeichen unter die Lupe nimmt. Start ist am Grillplatz.

Wer die Geologie zum Anfassen liebt, ist bei der Exkursion in die Kiesgrube genau richtig. Diese ist ebenfalls am Samstag, 8. September, von 10.30 Uhr bis 14.30 Uhr. Treffpunkt ist am Segelflugplatz in Reiselfingen. Hammer und Schutzbrille sind mitbringen.

Sieben Kilometer durch die Wutachschlucht, nicht zuletzt um die Perle Bad Boll zu entdecken, geht es mit Matthias Wider am Sonntag, 9. September. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr am Sportplatz.