Als Vorzeigeunternehmen in der Region gilt die Löffinger Präzisionstechnikfirma WST. Eine Firma, die auf Wachstum setzt und bekanntlich im Juni den zehnten Erweiterungsbau eröffnet. Rund elf Millionen Euro werden dafür in die Unternehmenszukunft investiert.

Das Familienunternehmen plant bereits weitere ehrgeizige Schritte. Wie Geschäftsführer und Unternehmensgründer Georg Willmann erklärt, sollen die Märkte in den USA und China erschlossen werde. Dabei will man vor Ort die Fertigung von qualifiziertem Fachpersonal aufbauen lassen.

Um dem allgemeinen Facharbeitermangel entgegen zu wirken, hat Georg Willmann eine große Ausbildungswerkstatt geschaffen. „Heute möchte jeder Ingenieur studieren, doch wir benötigen dringend die Facharbeiter“, appelliert der Firmenchef. Deshalb ermöglicht er immer wieder jungen Menschen, ob Schüler, Studenten oder anderen Interessierten, einen Blick in die Arbeitswelt bei WST zu werfen. Derzeit sind 20 Auszubildende bei der Firma beschäftigt, das Ziel ist, 40 jungen Menschen verschiedene Ausbildungsberufe im Betrieb anzubieten. Schulungen, Fort- und Weiterbildung sind im Löffinger Unternehmen an der Tagesordnung. Ein wichtiger Erfolgsaspekt ist der familiäre Umgang im Betrieb mit derzeit 430 Mitarbeitern in Löffingen, dazu die Außenstelle in Hüfingen. Schon heute gehören Familienfeste dazu. „Im Frühjahr soll die eigene Kantine eröffnet werden“, freut sich Willmann. Als nächstes planen Georg und Sabine Willmann einen Kindergarten, um auch Müttern die Möglichkeit zu geben bei WST zu arbeiten. Der Innovationsgeist ist hier groß und eben nicht nur rein auf den wirtschaftlichen Aspekt gestützt.

WST (Werkzeug-Schleif-Technik) fing als Einmannbetrieb in Eisenbach an, heute zählt das Unternehmen zu den führenden Herstellern von Fräs- und Drehteilen. In den deutschen Automarken wie Porsche, Daimler und Audi sind WST-Teile verarbeitet. Rund 70 Prozent der 1,1 Millionen Bauteile pro Jahr wandern in die Autoindustrie. Jährlich werden 20 000 Tonnen Stahl, dazu Aluminium und Spezialstähle verarbeitet. Der moderne Maschinenpark führt von Einspindeldrehautomaten über Mehrspindler bis hin zu kundenspezifischen Fertigungslinien. „Mutig nach den Sternen greifen. Und dabei mit beiden Beinen am Boden bleiben“, heißt es unter anderem in der Firmenphilosophie.

Seit 1999 ist WST im interkommunalen Gewerbegebiet in Löffingen angesiedelt. Seit dieser Zeit wird ständig gebaut und erweitert, nun stehen die letzten großen Arbeiten an, bevor der Neubau im Juni eröffnet werden kann. Die Produktionsflächen konnten so fast verdoppelt werden. „Hier haben wir einen klaren Standortnachteil gegenüber Firmen im Freiburger Raum“, ärgert sich Georg Willmann. So mussten rund 500 000 Euro an Mehrkosten aufgrund der Schneelastsicherheit investiert werden. Nach der Katastrophe von Bad Reichenhall wurde die Sicherheitslast von 280 Kilogramm pro Quadratmeter auf 420 erhöht. „Allerdings brach das Dach der dortigen Halle nicht wegen der Schneelast, sondern wegen der morschen Ständerholzbauweise durch“, so Willmann.


Strom vom Firmendach

Die Firma WST setzt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Als echte Schwarzwälder fühlen sich Georg, Sabine, Jörg und Manuel Willmann ihrer Heimat und Natur verpflichtet. Auf der Dachfläche des jetzigen Betriebsgebäudes ist eines der größten Solarkraftwerke im Hochschwarzwald installiert. 995 Fotovoltaik-Module produzieren jährlich etwa 200 000 Kilowattstunden Strom. Dies entspricht dem Bedarf von 55 Einfamilienhaushalten.