„Wir wollten einfach einmal alle Hansele des Löffinger Öschs zusammenbringen“, erklärt Andreas Furtwängler, Sprecher der Vereine in Göschweiler. Während die gastgebenden Göschweiler Hansele, die Löffinger Hansele, die Unadinger Stiefel-Hansel und die Rötenbacher-Hansele bei den Umzügen in Nah und Fern anzutreffen sind, sind die beiden Seppenhofer- und die acht Reiselfinger Hansele nur im Ort anzutreffen. Es war wohl Jens Fischer, der die „Orts-Hansele“ überzeugen konnte, nach Göschweiler zu kommen und damit das Bild der Öschhansele zu vervollständigen.

Nachtumzug: Damit nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder-Hansele mit dabei sind, beginnt der Nachtumzug bereits um 19.11 Uhr am Feuerwehrhaus. Beim Gasthaus „Kranz“ wird der Kulturbeauftrage der Laternenbrüder und Fasnetkenner Matthias Wider die einzelnen Hanselegruppen vorstellen.

Monster-Hopp: Die Hansele werden von der Stadtmusik, dem Musikverein Reiselfingen und der Trachtenkapelle Göschweiler begleitet. Während des Umzugs können sie sich schon warm-hopsen bevor es vor der Bürgerhalle zum Monster-Hopp geht. Auf einen Narrenmarsch – bisher ist es noch ein Geheimnis, welcher hier gespielt wird – werden dann die vielen Hansele einen Monster-Hopp abliefern, der den Zuschauern wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Hansele-Ball: Während die Kinder-Hansele nach dem Umzug wohl nachhause müssen, geht es für die Erwachsenen-Hansele auf dem Hansele-Ball richtig los. DJ Messer wird die heißen Platten auflegen. Wie es sich für einen Hansel gehört, dürfen die Hansele-sprüchle nicht fehlen. So soll ein Sprüchli-Wettbewerb für Erheiterung, Spannung und viel Interessantes aus der Ortsgeschichte sorgen.

Hansili-Weißnarren: Beim Umzug wird es deutlich: die Ösch-Hansele haben alle ihre Eigenheit, ob bei Häs oder Maske. Vor allem auf der Baar tragen sie eine Glattlarve, wie zum Beispiel die Löffinger Hansili, im Schwarzwald dagegen sind es eher groteske Masken. Das Häs ist ebenfalls auf den Ort abgestimmt und auch bei den Schellen gibt es Unterschiede. Auf jeden Fall sind es freundliche Figuren, die mit ihren Hanselesprüchle die Schwächen der andern aufzeigen.

Hansele-Sprüchle: Die Hanselesprüchle oder Fasnetlieder bargen so manches Ortsgeheimnis. Ging man früher von Haus zu Haus, um mit den Sprüchen so Allerlei zu erbetteln, werden heute die Kinder meist mit Bonbons und Süßigkeiten belohnt. Es gibt Hansilisprüchle, die sind im ganzen alemannischen Raum anzutreffen, wie etwa „Hansili du Lump“. Aber auch welche, die ortgebunden sind, so wie: „S´kunnt a Wiib vu Risselfinge.“ Die Fasnetverse sind ein echtes Volksgut. Die Originalität, verbunden mit dem Dialekt, lassen so manche Derbheit zu, wie zum Beispiel der typische Löffinger Hansilispruch: „Reichbergmali, Reichbergmali, gib de Wieber jo ko Ali, denn du muesch muse, sel duet de Wieber gruse. Narro!“

Ösch-Hansele-Treffen: Freitag 3. Februar, um 19.11 Uhr, am Feuerwehrhaus in Göschweiler.

Göschweiler Hansele

Gegründet wurden die Göschweiler Hansele schon vor 30 Jahren durch Egon Albert, Herbert und Egon Frei, Josef Furtwängler und Arnold Hensler. Um Anschaffungen tätigen zu können, ging die Gruppe als Messer- und Scherenschleifer sowie als Besenverkäufer durch den Ort. Erna Hummel übernahm das Nähen des zunächst aus Sackstoff bestehenden Häses, das jeder Hansele mit individuellen Mustern bemalte. 1970 ließ man die ersten sechs Masken vom Bonndorfer Maskenschnitzer Erwin Studinger schnitzen, der die lächelnde Lindenholz-Larve entwarf. Nach einer "Ruhepause" ist der Verein seit 1999 wieder aktiv.