Nun hat das Baarstädtchen Löffingen nicht nur ein Segelflugzeug, das durch die Lüfte schwebt und fürLöffingen wirbt, bald wird auch ein Zug den Namen des Baarstädtchens in die Welt hinausfahren.

  • Zugtaufe in Löffingen: Das gab es in der Baarstadt noch nie. Am Samstag, 14. Dezember, wird am Löffinger Bahnhof um 14.03 Uhr der neue gelb-weiße und elektrisch betriebene Zug vom Typ ET 1440 auf den Namen Löffingen getauft. Er ist Bestandteil der neuen Züge auf der nun zwischen Neustadt und Donaueschingen elektrifizierten Höllentalbahn. An diesem Tag erfolgt die offizielle Inbetriebnahme der Ost-West-Achse der Breisgau-S-Bahn. Die Eröffnungsfahrt, die in Endingen beginnt und über Freiburg, Titisee und Neustadt die Fahrgäste ins Baarstädtchen bringt, hat hier 70 Minuten Aufenthalt, um der einmaligen Taufzeremonie gerecht zu werden. Dem Taufakt wird auch der Vorsitzende der Regionalleitung Baden-Württemberg, David Weltzien, beiwohnen, angesagt haben sich auch die Landräte Dorothea Störr-Ritter (Breisgau-Hochschwarzwald), Hanno Hurth (Emmendingen) und Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar-Kreis). Ob bei der Eröffnungsfahrt auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Steffen Bilger, der Konzernbevollmächtige der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, und Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn im Zug sitzen, ist noch nicht bekannt, eventuell kommen sie auch direkt zur Festveranstaltung nach Donaueschingen.
Noch laufen die letzten Überprüfungsarbeiten auf der elektrifizierten Höllentalbahn zwischen Neustadt und Donaueschingen. Am Samstag, 14. Dezember, wird hier im Bahnhof Löfifngen der neue Zug „Löffingen“ getauft.
Noch laufen die letzten Überprüfungsarbeiten auf der elektrifizierten Höllentalbahn zwischen Neustadt und Donaueschingen. Am Samstag, 14. Dezember, wird hier im Bahnhof Löfifngen der neue Zug „Löffingen“ getauft. | Bild: Gerold Bächle
  • Die Tauffeier: „Die Tauffeier im Baarstädtchen verspricht schon etwas Besonders zu werden“, wie Organisator und Stadtmarketingleiter Karlheinz Rontke verspricht. Die Gäste im Zug werden von Bürgermeister Tobias Link begrüßt. Bereits um 13.30 Uhr lädt die Stadt die Bevölkerung ein zu Glühwein, Punsch und zur Tauffeier. Die Stadtmusik wird musikalisch die Gäste begrüßen und diese auch während der Zeremonie und danach unterhalten. Die Taufe werden Bürgermeister Tobias Link, Landrätin Dorothea Störr-Ritter und David Weltzien mit ihren Grußworten begleiten. Den kirchlichen Segen für den Löffinger Zug spenden Diakon Thilo Knöller und von der evangelischen Kirche Annegret Krieg. Ob eine Flasche Löffinger Sekt wie bei einer Schiffstaufe direkt am Zug zerschellt oder eher wie bei den Formel 1 Rennen sprühend auf den Zug verteilt wird, wird man sehen. Auf jeden Fall wird der Löffinger Zug mit Löffinger Jubiläumssekt getauft werden.
Ein neuer Fahrkarten-Automat wurde aufgestellt, farblich passend zum neuen Zug.
Ein neuer Fahrkarten-Automat wurde aufgestellt, farblich passend zum neuen Zug. | Bild: Gerold Bächle
  • Löffinger Zug: Die Idee für einen Löffinger Zug auf der neuen Ost-West Achse der Breisgau-S-Bahn war eine gemeinsame Aktion von Bürgermeister Tobias Link und Stadtmarketingleiter Karlheinz Rontke anlässlich der Festjahrs 1200 Jahre Löffingen. Ihre Anfrage bei den Verantwortlichen stieß von Anfang an auf offene Ohren. „Im Jubiläumsjahr noch einen Löffinger Zug, was will man mehr“, freut sich das Löffinger Stadtoberhaupt. Natürlich habe man sich an die Vorgaben der Bahn gehalten, doch man sei stolz, dass nun auf dem Zug das Löffinger Wappen mit Schriftzug zu sehen ist. „Eine Werbung auf den Schienen, da sind wir mächtig stolz“, sagt Tobias Link. Der Bürgermeister hofft, dass die Bevölkerung zahlreich zur Zugtaufe kommt, um sich als große Gemeinschaft zu präsentieren.
Auch der Wartebereich im Löffinger Bahnhof ist neu gestaltet worden.
Auch der Wartebereich im Löffinger Bahnhof ist neu gestaltet worden. | Bild: Gerold Bächle
  • Elektrifizierung: Die Elektrifizierung der hinter Höllentalbahn war eine große Herausforderung. Über 500 Arbeiter, so Projektleiter Jürgen Friedmann, waren im Einsatz. Trotzdem blieb man im Zeitplan und es gab auch keine größeren Unfälle zu verzeichnen. „Für die Fliegerbombe am Löffinger Bahnhof konnten wir nichts“, sagt Friedmann mit Blick auf den Fund eines Blindgängers im Sommer. Der Schwerpunkt auf der Strecke zwischen Neustadt und Donaueschingen waren die fünf Tunnels, wobei der Dögginger Tunnel mit einer Länge von 535 Meter technisch eine Herausforderung war. Die Gleise mussten Stück für Stück bis 70 Zentimeter im instabilen Muschelkalk tiefer gelegt werden. Die Zukunft der Höllentalbahn ist mit der Elektrifizierung gesichert, auch wenn das Großprojekt teuer als geplant wurde.
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  • Löffingen kämpfte: Schon bevor die Höllentalbahn gebaut wurde, kämpfte das Baarstädtchen Löffingen um die Streckenführung. Nach neun Petitionen, prominenten Befürwortern und vor allem auch mit Geldleistungen und Geländeabtritt setzte man sich damals dafür ein, dass die Bahn nach Löffingen kam. Bei der Eröffnung am 19. August 1901 saßen Großherzog Friedrich I und Fürst Max Egon von Fürstenberg im Zug. An jedem Bahnhof gab es einen Halt mit den Honoren der Gemeinden und mit Auftritten der Vereine und Schüler, sowie auch den Festjungfrauen. In Löffingen gab es einen längeren Halt, um Bürgermeister Karl Kuster mit dem Verdienstkreuz des Zähringer Löwen zu würdigen.
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  • Kosten: Die Kosten der Elektrifizierung der Höllentalbahn hat sich von 30 Millionen auf 38 Millionen Euro erhöht. Die Mehrkosten für das umsteigefreie Fahren vom Kaiserstuhl über Freiburg, Neustadt, Löffingen, Donaueschingen bis ins Oberzentrum nach Villingen sind nicht nur der Erhöhung der allgemeinen Baukosten geschuldet, auch musste ein Mehraufwand an Logistik und Material vor allem in den Tunnels gemeistert werden, wie Bauleiter Salwan Al-Mashat informiert. Hier habe man im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Ebenfalls nicht eingeplant war der Helikoptereinsatz, um die Strommasten in unwegsames Gelände zu transportieren.