„Gott zum Gruße“ – so verkündete Schultes Tobias Link mit seiner holden Gemahlin und Ritter Karlheinz (Rontke) im passenden Gewand die vielen Löffinger und Gäste beim historischen Mittelaltermarkt anlässlich der 1200-Jahr-Feier. Der riesige Mittelaltermarkt am Bittenbachgelände entführte die Besucher in die Zeit, als das Dorf und später die Stadt Löffingen entstanden.

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  • Lagerleben: Einen Eindruck, wie unsere Vorfahren lebten, ermöglichten die Lager von den Leitwölfen, die Ritterschaft St. Georgenschild aus Radolfzell oder auch die historische Hans Müller Gruppe aus Bulgenbach. Wie Hauptmann Jürgen Isele informierte, stellte die 25-köpfige Gruppe den Bauernkrieg von 1525 dar. Der Verein habe sich zum Ziel gesetzt, das Andenken an den legendären Bauernhauptmann Hans Müller zu erhalten, der Anfang des 16. Jahrhunderts den Bauernhaufen gegen die Obrigkeit anführte und Freiburg einnahm.
  • Die Gruppe St. Georgenschild aus Radolfzell zeigte die Facetten der historischen freien Ritterschaft aus dem Jahr 1407, als sie auf dem Feldzug im Appenzeller Krieg war, so Hauptmann Nico Jahn. Imposant die Burgundische Kanone und das Vasengeschütz, die mit Schwarzpulver gefüllt wurden. Der Bunte Haufen aus Freiburg demonstrierte das Katapultschießen wie im Mittelalter.
Die Gaukler und Spaßmacher Fagus & Fraxinus sorgen immer für Heiterkeit. Bild: Gerold Bächle
Die Gaukler und Spaßmacher Fagus & Fraxinus sorgen immer für Heiterkeit. Bild: Gerold Bächle
  • Ablassbrief – Bibel: Markus Walser – der Polizeibeamte vom Bodensee – war in Löffingen als „Ablassschreiber“ anzutreffen. Mit Feder und Tinte, „die früher aus Nussschalen selbst hergestellt wurde“, schrieb er auf Elefantenhaut Ablassbriefe. Früher, so erzählt der Mittelalter-Fan, wurden ganz wichtige Akten auf Pergament (mit Blut von ungeborenen Lämmern) geschrieben. Vor Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks, gab es in den Klöstern und Kirchen oft Kinder, die täglich Seite für Seite die Bibel abschreiben mussten und bei Fehlern hart bestraft wurden.
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  • Schwert- und Ritterspiele: Schwertkämpfe und Ritterspiele sind bezeichnend für das Mittelalter. So bot die achtköpfige Stuntreiter-Gruppe Wenzel imposante Ritterkämpfe auf ihren Pferden. Sieger wurde – wie könnte es anders sein- Ritter Toralf von Freiburg.
So tanzte man am Hof von Franz I. von Frankreich um 1515. Bild: Silvia Bächle
So tanzte man am Hof von Franz I. von Frankreich um 1515. Bild: Silvia Bächle
  • Handwerkskunst: Ein großer Part war der Handwerkskunst gewidmet. Odins Rabenvolk, Silke Rottler und Andreas Thiele präsentierten die Wikingersippe, welche von der Rohwolle bis zum gewebten Vorleger alles in authentischer Herstellung erzeugt. Von der Wippdrechslerei (auch für Kinder) bis zum Korbfechten reichte das Angebot. Kettenmacher Jonas Lang präsentierte, wie aus Eisendraht ein Kettenhemd gefertigt wird. 40 000 kleine vernietete Ringe sind für ein solches Hemd nötig. „Dies ist ein ganzes Jahr Vollzeitarbeit“, informierte Kettenmacher Jonas Lang über sein Handwerk.
Der Schwertkampf gehört zum Mittelaltermarkt, und diesen gab es mehrfach zu sehen. Bild: Gerold Bächle
Der Schwertkampf gehört zum Mittelaltermarkt, und diesen gab es mehrfach zu sehen. Bild: Gerold Bächle
  • Musik und Vergnügen: Dass die Menschen auch im Mittelalter viel Spaß hatten, zeigten die Zauberer, Gaukler Jongleure, Musiker und Tänzer. Während Fagus & Fraxinus ihren Schalk anhand von Kunststücken präsentierten, boten die Falkner „Bielriet“ mit ihren Greifvögeln und ihrer Eulenshow einen faszinierenden Einblick in das Leben der Adligen. Auch die Renaissance-Tänzer Masseny aus Biberach widmeten sich dem Adel, allerdings mit verschiedenen Tänzen, die König Franz I. und Elenore von Kastilien anführten.
Sarah und Daniel Weinert (von links) aus Bräunlingen, mit Leon Müller, Sandra und Alexander Jordan mit Hund Olaf suchen den Schatten. Bild: Silvia Bächle
Sarah und Daniel Weinert (von links) aus Bräunlingen, mit Leon Müller, Sandra und Alexander Jordan mit Hund Olaf suchen den Schatten. Bild: Silvia Bächle