Hoch kochten die Wogen, als der Gemeinderat eine Entscheidung über einen neuen Brunnen treffen sollte, der an der Kreuzung Dittishauser Straße/Obere Hauptstraße installiert werden soll. Drei gestalterische Vorschläge hatte die Stadtverwaltung dem Gremium präsentiert, allesamt modern gehalten und dem Leitmotiv „Die Stadt und ihre Ortsteile“ verpflichtet, wie Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel erläuterte.

„Furchtbar ist noch harmlos ausgedrückt“, fällte Rudolf Gwinner (FDP/FW) ein vernichtendes Urteil über die drei Entwürfe und packte sogleich die stadtgeschichtliche Keule aus. Ein klassischer, dem Kirchenpatron St. Michael gewidmeter Brunnen müsse her, um eine historische Verbindung zu den bereits bestehenden Brunnen in der Kernstadt herzustellen, forderte Gwinner kategorisch und stellte den Antrag, seitens der Stadtverwaltung erneut Brunnengestaltungsvorschläge einzuholen, die der historischen Linie Rechnung tragen.

Auch FDP/FW-Fraktionssprecher Werner Adrion plädierte, allerdings in gemäßigterem Tonfall, für eine historisierende Brunnenlösung. Das rief Marlene Müller-Hauser und Martin Lauble (beide CDU) auf den Plan. „Löffingen besteht nicht nur aus Geschichte, sondern hat auch moderne Seiten, die wir auch zur Geltung bringen sollten“, sprach sich Müller-Hauser für eine moderne Brunnenlösung aus. Letztlich, so Martin Lauble, diskutiere man über eine Geschmacksfrage, zu der man erfahrungsgemäß nur schwer zu einer einheitlichen Meinung komme. Er jedenfalls könne sich eine moderne Lösung sehr gut vorstellen, zumal der Bereich Dittishauser Straße/Obere Hauptstraße außerhalb des historischen Stadtkerns liege.

Mit einer knappen Mehrheit von 13 zu elf Stimmen lehnte der Gemeinderat schließlich den Antrag Rudolf Gwinners ab und sprach sich in der Folge mit 14 zu acht Stimmen für den Brunnenentwurf von Steinmetz Markus Zepf aus Seppenhofen aus.

Der Entwurf, der noch einmal überarbeitet werden soll, sieht eine Brunnenschale vor, aus der sieben verschieden große Stele herausragen, die die Stadt und ihre Ortsteile symbolisieren. Auf das Anbringen von Wappen an diesen Stelen wird auf Vorschlag von SPD-Fraktionssprecher Georg Mayer verzichtet. Die Kosten sind auf rund 18 000 Euro veranschlagt, wobei die Technik für den Brunnen noch nicht mit eingeplant ist.