Noch sehr gut kann sich Eugen Dannenberger an den Tag erinnern, an dem er erstmals nach Löffingen kam. Nach 18 Jahren in Pforzheim suchte er eine Veränderung. „Ich brauche immer wieder eine neue Herausforderung“, so Dannenberger.

Als die Anfrage vom Ordinariat zum Wechsel nach Löffingen kam, nahm er Kontakt mit dem Löffinger Pfarrer Hermann Litterst auf. „Er machte mir Löffingen richtig schmackhaft und ich habe es auch nie bereut, obwohl es schon eine Umstellung war“. Als Landpfarrer sei er stärker als Repräsentant der Kirche angesehen worden, als das in der Stadt der Fall gewesen sei, so der Dekan.

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Zugleich sei er als Pfarrer von Löffingen aber auch sehr schnell ins Ortsgeschehen und Vereinsleben eingebunden worden. „Ich bin sehr flexibel und Veränderungen fallen mir leicht, sodass dies kein Problem darstellt“. Außerdem sei das Miteinander in Löffingen auch innerhalb der Gemeinde sehr konstruktiv und freundlich gewesen.

Vom Stadtpfarrer zum Dekan

Gleich beim ersten Gottesdienst am 1. November 1999 erfolgte die Investitur durch Pfarrer Storm, den Danneberger schon von seiner Ausbildung kannte. Damals wurde er zum Pfarrer von Löffingen, Göschweiler, Dittishausen und Seppenhofen ernannt. Bereits im Jahr 2000 erfolgte die Wahl zum Dekan. Als im Jahr 2005 die Seelsorgeeinheit Löffingen ins Leben gerufen wurde, fielen auch noch die Pfarreien von Bachheim, Reiselfingen und Unadingen in Dannenbergers Zuständigkeitsbereich.

Diese 20 Jahre haben in der Kirche viele Veränderungen gebracht, so auch in Löffingen. Strukturelle aber auch pastorale Veränderungen, die weitergehen. So war die Errichtung der Seelsorgeeinheit mit einem gemeinsamen Pfarrgemeinderat sicherlich nicht einfach. Erst jüngst wurde die Kirchengemeinde neu zur Gesamtpfarrei „Heilig Kreuz“ verschmolzen. Die nächsten großen Einschnitte werde die Strukturreform „Pastoral 2030“ mit sich bringen. Veränderungen durchlebte Dekan Eugen Dannenberger auch im Dekanatsreform.

Stadtpfarrer Eugen Dannenberg wird am 6. September Löffingen verlassen und seinen Ruhestand antreten.
Stadtpfarrer Eugen Dannenberg wird am 6. September Löffingen verlassen und seinen Ruhestand antreten. | Bild: Silvia Bächle

Sicherlich hat Stadtpfarrer Dannenberger die Löffinger Kirchengemeinde in seiner 20-jährigen Amtszeit entscheidend geprägt. Doch seine Berufserfahrung gab er auch gerne als Ausbildungspfarrer an junge Kollegen weiter. „Jeden so nehmen wie er ist und nur behutsam korrigierend eingreifen“, so war seine Devise als Mentor der zehn Vikare.

Lachendes und weinendes Auge

Dekan Eugen Dannenberger und Pfarrhaushälterin Rita Dietrich verlassen Löffingen mit einem weinenden und einem lachenden Augen. „Wir waren sehr gerne hier und haben uns sehr wohlgefühlt“, sagt der Dekan, „doch nun freue ich mich, endlich mal Zeit zum Wandern zu haben und, um persönliche Kontakte zu pflegen.“ Für den neuen Pfarrer wünscht sich Dannenberger eine ebenso freundliche und offene Aufnahme in Löffingen, wie er sie vor 20 Jahren erfahren durfte.

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Doch der Pfarrerwechsel wird nicht die einzige Veränderung sein: Wenn kleine Dekanate wie Neustadt schwinden, wird es auch keinen Vikar mehr geben. „Löffingen muss sich auf eine Ein-Priester-Situation einstellen“, erklärt Dannenberger. Er befürchtet auch, dass die Zahl der Katholiken noch weiter zurückgehen wird.