Nicht nur in der Stadt, sondern auch in fast jedem Ortsteil sind an Fastnacht die Hansele unterwegs. Sie folgen einer langen Tradition, die freundlichen Gesellen, verschenken den Kindern ihre „Guzzele“ und sorgen dafür, dass die alten Hanselesprüchle nicht verloren gehen und neue hinzukommen. Während die Löffinger, Göschweiler, Unadinger oder Rötenbacher Hansele auch in anderen Orten bei Umzügen anzutreffen sind, lässt sich der Reiselfinger und Seppenhofer Hansele nur direkt im Ort sehen. Dies liegt daran, dass in beiden Orten die Hansele an Familien gebunden sind. So entstammen die acht Reiselfinger Hansele aus der Familie Steidle.

Am heutigen Freitagabend, 3. Februar, werden erstmals alle Ösch-Hansele in Göschweiler gemeinsam anzutreffen sein. Die Idee der Göschweiler Hanselegruppe stieß bei den Ösch-Weißnarren auf große Resonanz, so dass der Nachtumzug – er beginnt um 19.11 Uhr am Feuerwehrhaus – eine Premiere sein wird. Zusammen mit den Musikkapellen aus Löffingen, Reiselfingen und Göschweiler geht es durch den Ort bis zur Bürgerhalle. Hier soll es den ersten Monster-Hopp geben. Nach dem Monster-Hopp laden die Göschweiler Hansele zum großen Hanseleball in die Halle ein mit DJ Messer, Wettschelle und Sprüchlewettbewerb.

Gespannt darf man sein, auf welchen Narrenmarsch die Öschhansele hüpfen, um ihr Gschell ertönen zu lassen. Zwar sind die Hansele ganz unterschiedlich und mit der Ortsfasnet verbunden, doch auch Gemeinsamkeiten sind hier unverkennbar, wie eben das Gschell. Allerdings haben auch hier beispielsweise die Löffinger nur einen Gschellriemen mit elf Rollen, während die Göschweiler Gschelle abhängig vom Geschlecht des Trägers sind. Die Unadinger Stiefelhansel fallen durch ihr Aussehen auf, sie tragen nicht ein weißes bemaltes Sackleinen, sondern ihr Häs ist blau-gelb. Ihre Süßigkeit stecken auch nicht in den großen Umhängetaschen, sondern im ledernen Stiefel.

Die Hansele oder Hansili haben eines gemeinsam, die Hanselisprichli oder Fasnetliedle. Einige sind in der gesamten Region der schwäbisch-alemannischen Fasnet bekannt, manche aber auch ortsgebunden. Es sind teils uralte oder auch ganz neue Fasnetsprüchle, weche die Schwächen und Fehler der Mitmenschen aufzeigen. Die Rötenbacher Hanseli gehen mit diesen Sprüchen von Haus zu Haus um zu betteln. Vom Kaffee und Kuchen, bis zum Schnaps oder Narrensuppe gibt es für die originalen Sprüchle. Sie sind hart, manchmal derb aber immer im Dialekt und mit einem Augenzwinkern.

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