„Liebe ist den letzten Herzschlag zu hören und zu sagen: „Alles ist gut mein Kind“. „Liebe ist aber auch, den letzten Halt zu geben, auch wenn alles in einem zusammenbricht.“ Das sind zwei Sätze aus der neuen Kampagne des Bundesverbandes Kinderhospiz. Dessen Geschäftsführerin Sabine Kraft erhielt jetzt von Staatssekretärin Bärbel Mielich vom Stuttgarter Sozialministerium das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Würdigung

„Sie setzen sich engagiert seit vielen Jahren politisch und in der Öffentlichkeit für das große Tabuthema „Kinder und Tod“ ein, sagte Mielich. Sie überbrachte auch die Grüße von Bundespräsident Walter Steinmeier, der dies im August entschieden hatte. Mehr als 300 Personen, unter ihnen zahlreiche Botschafter der Kinderhospizarbeit, Förderer und ehrenamtliche Helfer aus ganz Deutschland, waren zur Feier in die Festhalle Lenzkirch gekommen.

Unermüdlicher Einsatz

„Ihr Wirken und Ihr unermüdlicher Einsatz für schwerstkranke Kinder, Jugendliche und deren Familienangehörige sind außergewöhnlich“, betonte Mielich und fügte hinzu, die Gesellschaft benötige solche Menschen. „Dank Ihres großen Engagements ist es Ihnen als hauptamtliche Geschäftsführerin des Bundesverbandes Kinderhospiz gelungen, mit dessen Aufbau etwas Einzigartiges zu schaffen.“ Seit 15 Jahren setzen sich die 61-jährige Sozialpädagogin und ihre Mitstreiter mit großem Elan deutschlandweit und international für die Kinderhospiz- und Palliativarbeit ein.

Großes politisches Engagement

Mielich nannte unter anderem auch das große politische Engagement in der Verbandsarbeit, wie die Mitgliedschaft in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien. Doch ihr Focus liege stark auf die Kinderhospizarbeit in Deutschland, wobei sie die ganzheitliche Perspektive, das Gesamt-System Kind und Familie, im Blick habe. „Ihnen und dem Verband ist es ein großes Anliegen sich für die Kinder und Ihre Familien einzusetzen, die schwerst krank, lebensbedrohlich und Lebenszeit verkürzt als Neugeborene auf die Welt kommen und heranwachsen“, betonte sie.

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Dabei bezieht der Verband bei den von Krankheit betroffenen Kindern auch ihre Eltern und Geschwister mit ein. „Das ist ein wichtiger Ansatz für die bereits bestehenden ambulanten und ehrenamtlichen Hospizgruppen und der meist ebenfalls ehrenamtlichen Einrichtungen der speziellen Ambulanten Pädiatrischen Palliativen Versorgung (SAPPV)“, unterstrich Mielich.

Professionelle Hilfe

Ebenso würde den betroffenen Familien professionelle Hilfe, eine konkrete Anlaufstelle und kompetente Unterstützung und Beratung angeboten. Dazu gehöre die Hotline OSKAR, die rund um die Uhr anonym und kostenlos angerufen werden könne. Daneben habe die Geehrte auch für die betroffenen Familien Öffentlichkeit geschaffen. So können Dritte jetzt besser auf die Betroffenen zugehen, ihre Bedürfnisse wahrnehmen und sie unterstützen.

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Anerkennenswert sei auch der Abschluss einer Rahmenvereinbarung für die stationäre Kinderhospizarbeit in Deutschland, nannte Mielich einen weiteren Meilenstein. Das nächste Ziel sei die Anerkennung der ambulanten Hospizarbeit, um eine bessere Infrastruktur zur Erleichterung des Alltags zu schaffen, die den Betroffenen das Leben in vertrauter Umgebung ermögliche. Bürgermeister Andreas Graf betonte, dass die Gemeinde stolz darauf sei, eine so würdige Trägerin dieser hohen Auszeichnung im Ort zu haben.

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Die geehrte Sabine Kraft zeigte sich gerührt und freudig überrascht und betonte, dass sie nur so viel unterwegs sein könne, weil die Familie hinter ihr stehe. „Wir sind Markensetzer und es ist ein richtiges Glück, so eine Arbeit machen zu dürfen“, versicherte die 61jährige,, hinter der ein begeistertes Mitarbeiterteam steht, das hoch motiviert ist.