Die ökologische Betreuung beim Ausbau der Breisgau-S-Bahn hat nicht nur die Fauna (Tiere) im Blick sondern auch die Pflanzenwelt. So haben die Ökologen an den Bahndämmen Spiersträucher entdeckt, die als Neophyten (eingewanderte Pflanzen) die heimischen Pflanzen zurückdrängen. Ein Beispiel dieser Neophyten sind die bekannte Ambrosia, die vor allem Allergiker plagt. Oder auch der Riesenbärenklau, der in den 1960-er Jahren aus dem Kaukasus importiert wurde, 2008 Giftpflanze des Jahres war und die heimischen Pflanzen verdrängt.

Nun hat das Team um die Landschaftsökologen Hubert Laufer und Sigrid Lenz dem Spierstrauch im Visier, der am Bahndamm immer dichter wächst. Allerdings ist das Leben unter diesem Strauch tot. Die Ökologen haben deshalb einen Versuch gestartet, Rindenmulchhaufen mit einer mindestens 30 Zentimeter Dicke anzulegen um zu beobachten, ob, wann und welches Reptil hier einziehen wird.

Schon in Beschlag genommen haben die durch den Bahnausbau umgesetzten Reptilien wie die Kreuzotter, die Schlingnatter, Mauereidechse oder Zauneidechse die Steinriegel, Reisighaufen oder Totholz an den trocken-warmen Standorten. Diese Steinriegel sind an der Strecke zwischen Neustadt und Döggingen zu finden, so auch im Bereich zwischen Bachheim und Seppenhofen. Ganz bewusst werden die Standorte nicht genannt, um den Tieren den notwendigen Schutz zu bieten.

Vor allem die Kreuzottern sind sehr gefährdet. Für auf der Roten Liste stehende Giftschlange wurden Steinriegel im südexponierten Randstreifen der Bahnstrecke angelegt. Diese Trittsteinlebensräume seien auch für alle anderen Reptilien eine Versteckmöglichkeit, gleichzeitig Sonnenplätze und Winterquartier zugleich. Wichtig sei die Kombination mit Totholz und Reisighaufen. Dies gelte auch für die Zauneidechsen, die es hauptsächlich im Bereich Löffingen und Döggingen gebe. Für diese "Mini-Dinosaurier" wurden neue CEF-Flächen mit Steinriegel, Reisighaufen und Freistellen geschaffen. Ärgerlich, so die Ökologen, sei dann zu sehen, wenn diese Flächen oder Steinriegel mit Grünschnitt überdeckt würden.

Trotz dieses umweltfreundlichen Bauverfahrens soll die Bahnstrecke dann als durchgehende Verbindung von Freiburg bis Donaueschingen im Jahr 2019/2020 fertig gestellt sein.