Trockenheit auf der einen Seite, Überschwemmungen auf der anderen Seite und dazu Wetterphänome die auch bei uns immer mehr Einzug halten. Schnelles Umdenken auch in der Landwirtschaft ist deshalb erforderlich: Davon ist Biolandwirt und Agraringenieur Wolfram Wiggert überzeugt. Er arbeitet auf dem Haslachhof schon lange mit der Natur. Das beginnt mit entsprechender ökologischer Bewirtschaftung und endet mit der Nachhaltigkeit. "Der ökologische Ackerbau ist zeitaufwendiger und anspruchsvoller, doch wir stehen voll dahinter", so Wiggert. Mit verschiedenen Lösungansätzen versucht der Agrar-Ingenieur mit seinem Team dem gefährlichen Wandel entgegenzuwirken.

  • Aufklärung und Information: Wolfram Wiggert, Ehefrau Eva und Vater Herbert sind von der ökologischen Landwirtschaft überzeugt, die sich nicht unwesentlich aufs Klima auswirkt. Dabei erheben sie nicht den Zeigefinger, sondern sie sorgen für Aufklärung und Information bei den großen und kleinen Besuchern.
  • Acker düngt sich selbst: Die Natur braucht Vielfalt: Nach diesem Leitspruch handelt der Haslachhof. Diese Vielfalt ist direkt neben dem Hof auf dem großen Acker zu sehen. Hier summen noch Insekten und auch der eine oder andere Feldhase ist hier anzutreffen. Das Luzerne-Klee-Gras-Gemenge enthält eine bunt blühende Beigabe wie Spitzwegerich, Wegwarte und Klee. Ein Gemenge von 14 verschiedenen Gräsern und Kräuter. Dies sieht nicht nur gut aus, sondern ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Vier Jahre bleibt der Acker so stehen, er düngt sich selbst und die verschiedenen Pflanzen und Gräser bilden eine wunderbare Symbiose, was auch zu mehr Nährstoffen im Boden führt. In der langen Zeit können etwa die Luzerne ihr Wurzelwerk aufbauen. Dies bedeutet, dass die Wurzeln bis drei, vier Meter tief ins Erdreich vordringen können. Bei Trockenheit reichen die Wurzeln immer noch ans Wasser. Die Bakterien an den Pfahlwurzeln sind für die Stickstofffixierung verantwortlich.
  • Verbesserte Methoden: Ein weiteres wichtige Element in der Bodenverbesserung ist eine nachhaltige Fruchtfolge. "Wir haben uns für eine achtjährige Fruchtfolge entschieden", so Wolfram Wiggert. Gut habe sich bewährt, in einem Jahr zwei unterschiedliche Kulturen anzusäen. Als erstes wird Grünschnitt-Roggen mit Gerste und neu mit Winterackerbohnen im September angesät. Erst Ende Mai wird dann der Mais auf dem Feld angebaut. Aufgrund der beiden Kulturen ist das Risiko gesplittet. Wolfram Wiggert fordert überdies ein Umdenken bei den Zuschnitten der Hangflächen. Erfolgt die Bearbeitung hangabwärts, so sei die Gefahr, dass es zu einer Erosion kommt, bei Starkregen größer. Arbeite man allerdings quer zum Hang, ist diese Gefahr minimiert.
  • Humus verbessert den Boden: Auch beim Thema Humus fordert Wolfram Wiggert ein Umdenken. Der so wichtige Humusgehalt habe sich in Deutschland in den vergangenen 50 Jahren halbiert. Mit schuld war sicherlich die einseitige Bewirtschaftung. Organischer Dünger sei am besten Kompost, auch wenig zu pflügen führe zu Verbesserungen. Vorteilhaft sei es, den Boden so wenig wie möglich zu bearbeiten. Dies komme auch der Regenwurmpopulation zugute. "Ein Prozent mehr Humus hat eine vermehrte Wasserspeicherung von 40 Liter", was sich sowohl bei Trockenheit auswirkt, aber auch bei Starkregen, wenn ein humusreichen Boden mehr Wasser aufnehmen kann.
  • Chillen und Grillen: Der Haslachhof lädt immer wieder zu Hofführungen ein, öffnet für Kinder beim Kinderferienprogramm seine Pforten, informiert über ökologische Landwirtschaft oder über die Biogasanlage oder lädt zusammen mit der Stadt zur Aktion "Löffingen grillt und chillt" ein. Nach der großen Resonanz im vergangenen Jahr geht es dieses Jahr zum Haslachhof. Hier erwarten die Besucher Pulled Beef und ein Musikmix der 80er und 90er mit DJ Rollmops. Die Gäste, die ihr Grillgut mitbringen dürfen, haben die Möglichkeit durch den großen Stall zu gehen und dort die Mutterkuhhaltung besuchen. "Löffingen grillt und chillt" steigt am Samstag 15. September von 17 bis 20 Uhr.