Mit dabei ist das Baarstädtchen Löffingen bei den Nachhaltigkeitstagen des Landes, die vom 7. bis zum 10. Juni durchgeführt werden. Eine neue Idee ist dabei, das Handy als wertvollen Rohstoff in den Blickwinkel der Bevölkerung zu rücken und für eine sachgerechte Entsorgung zu sorgen. "Mit dieser Aktion möchte man viele alte Handy einsammeln und einem geordneten Recycling zuführen", erklärt Iris Hasenfratz von der Werbegemeinschaft des Löffinger Einzelhandels (Kolöff). „Viele Handynutzer sind sich der zahlreichen Rohstoffe in den Handys nicht bewusst, ebenso über die Handyproduktion und deren globalen Auswirkungen“, ergänzt Stadtmarketingleiter Karlheinz Rontke. Die benötigten Metalle stammen überwiegend aus Entwicklungs- und Schwellenländer. Kinderarbeit, Krieg um die Bodenschätze oder Umweltschäden resultieren daraus. Andererseits liegen, nach Schätzungen von Experten, über 100 Millionen ausgediente Handys ungenutzt in deutschen Schubladen. Diese enthalten wichtige Rohstoffe, rund 160 Gramm Gold, dazu weitere seltene Metalle wie Platin oder Kobalt.

Mit dieser Sammelaktion, deren Schirmherr Landes-Umweltminister Franz Untersteller ist, möchte man am rohstoffarmen Wirtschaftsstandort viele dieser wertvollen Stoffe wieder verwerten. Die Nachhaltigkeit dieser Aktion wird den Jugendlichen ans Herz gelegt, welche die größten Handynutzer und Handykäufer sind. In Löffingen ist deshalb der Schulverbund mit eingebunden, so Rontke. Eine Rückgabebox steht deshalb direkt in der Schule, zwei weitere in der Tourist-Information und im Weltladen. Hier kann jeder sein altes Smartphone für die Recyclingaktion abgeben.

Ein weiterer wesentlicher Punkt dieser Handy-Aktion ist die fachgerechte Entsorgung der nicht recyelbaren Stoffen, die sonst die Umwelt belasten würden. Derzeit landen viele alte Handy in Ghana, hier sammeln Kinder unter großer Gesundheitsgefahr Kupfer und Aluminium. Bevor man die alten Handy in die Sammlung gibt, sollten die Speicherdaten auf die neuen Handys übertragen und auf den alten Handys gelöscht werden.