Zum zweiten Mal sind in Lenzkirch 4036 Wahlberechtigte zur Bürgermeisterwahl eingeladen. Nachdem beim ersten Wahlgang keiner der sieben Kandidaten die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent erreichte, wird am Sonntag, 3. Juni, zum zweiten Mal gewählt. Dann reicht die einfache Mehrheit. Reinhard Feser, der das Amt 16 Jahre begleitete, hat aus persönlichen Gründen auf eine erneute Amtsperiode verzichtet. Der neue Bürgermeister wird sein Amt am 1. August antreten.

Nachdem die beiden Kandidaten Leonhard Wissler, Rechnungsamtsleiter der Gemeinde Lenzkirch und Roland Beer, Oberstabsfeldwebel. a. D. aus Lenzkirch-Kappel, ihre Bewerbungen zurückgezogen haben, geht mit Andreas Graf, Rechnungsamtsleiter aus Titisee-Neustadt ein neuer Bewerber ins Rennen. Somit stehen den Wählern am Sonntag sechs Bewerber, darunter zwei weibliche und vier männliche Kandidaten, zur Verfügung. Nach dem ersten Wahlergebnis kam es durch Äußerungen zweier Gemeinderäte zu einem Eklat, wobei ein Gemeinderat zurücktrat.

Immer noch im Bewerberboot sitzt die 89-jährige Friedhild (Fridi) Miller, Familienhelferin aus Sindelfingen, die sich auch schon in Hinterzarten und in anderen Gemeinden beworben hatte. Dabei geblieben ist auch der 49-jährige Diplom Politologe Raoul Mügge aus Lenzkirch-Saig. Der Rheinländer besitzt ein juristisches Grundstudium und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter der FDP, bevor er 13 Jahre lang in Irland ein Trainingszentrum für Schulabgänger mit geistiger Behinderung leitete.

Erneut bewirbt sich um die Bürgermeisterstelle der 47-jährige Notfall- und Rettungsassistent Sascha Phlippen aus Lenzkirch. Der gelernte Konditor orientierte sich beruflich um, ließ sich zum leitenden Rettungsassistent ausbilden und arbeitet in der Schweiz. Genauso wie die zweite weibliche Bewerberin, die 47jährige Caroline Waldvogel, Tourismusfachwirtin aus Lenzkirch. Sie arbeitet bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH und ist in Lenzkirch Leiterin der Touristinformation.

Noch nicht aufgegeben hat der 58-jährige Landschaftsgärtner Harald Jung aus Edingen-Neckarshaus seine Bürgermeisterkandidatur. Unerwartet beworben hat sich der 51-jährige Alexander Graf. Der Leiter Finanzverwaltung bei der Stadtverwaltung Titisee-Neustadt besitzt die Ausbildung im gehobenen Verwaltungsdienst und verfügt über einen Abschluss als Diplomverwaltungswirt. Graf arbeitete mehrere Jahre als Regierungsbeamter beim Landratsamt München und drei Jahre als Leiter der Finanzabteilung in der Gemeinde Feldafing/Starnberger See.