Schon zu seinen Zeiten als Landrat des Landkreises Tuttlingen hatte Guido Wolf ein besonderes Verhältnis zur Gemeinde Buchheim, die rund 800 Meter hoch auf der geologisch noch zum Großen Heuberg zählenden Schwäbischen Alb liegt. Deshalb hatte es sich der Minister für Justiz und Europaangelegenheiten von Baden-Württemberg auch nicht nehmen lassen, dem rund 700 Einwohner zählenden Dorf im Grenzbereich der Kreise Sigmaringen und Tuttlingen einen Besuch abzustatten und der Einladung von Bürgermeisterin Claudette Kölzow zu folgen. Anlass hierfür war der Umbau des Bürgerhauses mit der Fertigstellung der Krippe des örtlichen Kindergartens, der sich im Erdgeschoss des Gebäudes befindet.

Besuch auf Backtag gelegt

Der Besuch von Wolf ist eigens auf einen der Backtage des traditionsreichen, rund 150 Jahre alten öffentlichen Backhauses gelegt worden, das direkt neben dem Bürgerhaus liegt. Entsprechend haben an diesem Tag fleißige Hände unter der Regie von Backfrau Sofie Knoblauch dafür gesorgt, dass der Besuch mit leckerem Zwiebelkuchen und frischem Brot bestens versorgt worden ist. Denn, wie sagte die Bürgermeisterin, so schön: „Buchheim ohne Backhaus, das geht gar nicht!“ Der Verzehr des würzigen Blechkuchens ist in den neuen Saal des Bürgerhauses verlegt worden, der damit sozusagen eine Miniatureröffnung erfuhr.

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Abschluss der Arbeiten sollte mit einem Fest gefeiert werden

Denn eigentlich hätte der im April stattfindende Abschluss der Umbauarbeiten und die Eröffnung der Krippengruppe mit einem großen Fest gefeiert werden sollen, doch aufgrund der Corona-Pandemie musste es ausfallen. Guido Wolf zeigte sich beeindruckt von dem neu gestalteten Gebäude, das sich mit dem großzügigen Kindergarten, dem hellen großen Saal im Obergeschoss mit angegliedertem Vereinsraum im besten Sinne zu einem sozialen Zentrum entwickelt hat, an dem viele Aktivitäten umgesetzt werden können.

Corona-Pandemie stoppte Aktivitäten im Bürgerhaus

Schon vor der Corona-Pandemie sei das Bürgerhaus Treffpunkt und sozialer Mittelpunkt des Dorf- und Vereinslebens gewesen, so Kölzow. Ausgerechnet jetzt, wo alles bereit sei für Aktivitäten aller Art, können die Räumlichkeiten nicht genutzt werden. Trotz Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten belastet der Umbau die Gemeindekasse mit einer nicht unerheblichen Summe in Höhe von rund 924 000 Euro, wie die Bürgermeisterin anmerkte. Aber um für Familien möglichst attraktiv zu sein, habe man gerne das Geld in die Hand genommen. „Ganz offensichtlich ist auch im ländlichen Raum der Bedarf an Kinderbetreuung groß“, sagte Wolf, denn nach Aussagen der Bürgermeisterin ist der Kindergarten voll ausgelastet und die im April eröffnete Krippe mit zehn Kleinstkindern ebenfalls.

Fördermittel für etwas Gutes eingesetzt

„Vielleicht ist unser Kindergarten der Grund für den großen Kindersegen“, schmunzelte Gemeinderat Willi Holzenthaler bei der Begehung der attraktiven Einrichtung. Denn bis diesen November konnte das Buchheimer Standesamt 15 Geburten verzeichnen, was Wolf zu der zu der verschmitzten Feststellung veranlasste: „Ein fruchtbares Örtchen!“ Er lobte die Gemeindeverwaltung, die bewilligten Mittel bestens eingesetzt zu haben, wovon er sich nun selbst überzeugen konnte: „Ich sehe, dass daraus etwas Gutes geworden ist.“