Neun weitere Schulbusse sollen ab Montag eine Entlastung für die Schülerbeförderung im Landkreis bringen. Wie Landrat Stefan Bär bei einer Pressekonferenz informierte, werden diese neun zusätzlichen Fahrzeuge nach dem Ende der Herbstferien die rund 80 Busse ergänzen, die der Kreis normalerweise in Spitzenzeiten für den Transport der Schüler einsetzt.

Einer der neuen Busse wird ab Montag zusätzlich zwischen Möhringen und Tuttlingen verkehren, um den Ringzug auf dieser Strecke zu entlasten. Zu den aktuellen Corona-Zahlen betonte Bär, dass sie aus mehreren Gründe „Sorge bereiten“. Am Donnerstag hat es kreisweit 119 Infizierte gegeben, so viele wie schon lange nicht mehr. Vier Erkrankte werden in der Klinik behandelt, einer intensiv, ein weiterer 44-Jähriger sogar beatmet.

Inzidenzwert liegt bei 73,2

„Der Inzidenzwert des Landkreises von Donnerstag auf Donnerstag liegt bei 73,2“, erläuterte der Landrat. Im Land liege der Wert bei 99 und nur noch zwei Landkreise hätten die rote Pandemiestufe nicht erreicht. Am Freitag kamen im Kreis Tuttlingen 17 neue Infizierte hinzu, so dass es jetzt 892 Corona-Fälle gibt, davon 115 aktiv. 1178 Menschen befinden sich aktuell kreisweit in Quarantäne, weitere rund 320 kommen aufgrund der neuen Fälle im Kreisgebiet vom Donnerstag und Freitag hinzu. Bei telefonischen Kontrollen der Ortspolizeibehörden hinsichtlich der Einhaltung der Quarantäneauflagen haben sich Bärs Aussagen zufolge kaum Beanstandungen ergeben.

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Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen erweist sich zunehmend diffuser. Zunächst ließen sie sich noch leichter innerhalb des Umfelds von Erkrankten ausfindig machen. „Im September und Anfang Oktober waren vor allem Schüler betroffen“, erläuterte er. Nun kämen wieder zunehmend Reiserückkehrer bei den positiven Fällen hinzu, etwa aus Italien, Polen, Rumänien oder der Türkei. Außerdem steige das Alter der Infizierten. Ältere Personen werden vermehrt klinisch behandelt und sind meist länger erkrankt.

Aufgrund der Entwicklung hat sich der Kreis entschieden, zur Entlastung des Gesundheitsamts die Hilfe der Bundeswehr anzufordern. Ab Dienstag nächster Woche sollen sechs Soldaten für voraussichtlich sechs Wochen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sieben Tage die Woche unterstützen.