Nach langjähriger Tradition findet auch dieses Jahr zum Ausklang der Saison im Kunstmuseum auf dem Hohenkarpfen am letzten Ausstellungstag, Sonntag, 6. November, um 16 Uhr, wieder der traditionelle Literarische Kehraus statt.

In diesem Jahr liest Arnold Stadler aus seinem zuletzt erschienenen Roman „Rauschzeit oder Die Welt war der Ort, wo die Zeit uns davonlief“, teilt die Kunststiftung Hohenkarpfen mit. Dieser Roman sei als Frucht langjährigen Schreibens ein Hauptwerk Stadlers: "Er wurde nach seinem Erscheinen von der Kritik begeistert aufgenommen und für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert." Die Einführung in die Veranstaltung übernimmt SÜDKURIER-Kulturredakteur Sigmund Kopitzki.

Und worum geht es in Stadlers Roman? Alain und Mausi, beide vierzig und seit 15 Jahren miteinander verheiratet, sind in der Mitte des Lebens angekommen. Es ist das Jahr 2004. Die Liebe haben sie hinter sich – jetzt beginnt "die vegetarische Zeit ihres Lebens". "Als eine gemeinsame nahe Freundin stirbt, reißen bei beiden alte Wunden auf – und die Erinnerung an einen Sommer an der französischen Atlantikküste, an dem ihre Jugend endgültig zu Ende war", so die Kunststiftung. Und dann begegnet Alain seiner großen Liebe Babette wieder. Und Mausi verliebt sich schlagartig in einen blonden Dänen, der sich in der Oper neben sie setzt. "Rauschzeit ist ein Buch über das Glück und darüber, wie schwer es ist, es halten zu können. Über das Leben, wie es geworden ist. Und über die Sehnsucht, dass es doch noch einmal werden könnte, wie es gewesen ist", heißt es in der Vorschau.

Arnold Stadler wurde 1954 in Meßkirch geboren. Er studierte katholische Theologie in München, Rom und Freiburg, anschließend Literaturwissenschaft in Freiburg, Bonn und Köln. Er lebt im Wendland und in Rast über Meßkirch. Stadler wurde neben zahlreichen weiteren Preisen 1999 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Zur Veranstaltung gibt es einen Büchertisch und im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit, sich Bücher vom Autor persönlich signieren zu lassen.

Bis zu dieser Lesung am 6. November ist noch die aktuelle Ausstellung „Der langsame Pfeil der Schönheit. Aus der Sammlung des Kunstmuseum Hohenkarpfen“ zu sehen. Danach beginnt die Winterpause, die mit der Eröffnung der neuen Saison am 9. April 2017 endet.